OLDENBURG - Es ist die Farbe mit der größten Leuchtkraft. Die für Leidenschaft und Temperament steht – und mit der Frau sich ihres Göttinnenauftritts gewiss sein darf. Doch Vorsicht: Rot ist nicht gleich rot! Kamin, Bordeaux, Magenta, Blutrot oder das dunkle Brombeer sind nur einige der Nuancen aus der umfangreichen Farbpalette. Ballkennerinnen wissen, was gemeint ist: Während der eine Ton gerade voll im Trend liegt, kann der andere schon längst von Gestern sein. Wer vorhat, dass seine Robe zu den unvergesslichen Höhepunkten eines besonderen Abends wird, sollte daher auch ein paar Stilregeln beachten.
Kein wilder Mustermix
Als Faustregel gilt: „Ein Kleid soll eine Frau in ihrer Schönheit noch schöner machen“, sagt Karsten Rüscher, Abteilungsleiter im Modehaus Leffers und dort zuständig für Abendroben.
Ein wilder Mustermix ` la Leopardenprint habe auf einem Ball nicht viel zu suchen. „Das lenkt nur ab“, meint der Experte. Vorbehandelter Taft in Knitter-Optik ist einer der Trends in der kommenden Saison. Bodenlang oder knieumspielt – beides ist möglich. „Je hübscher das Bein, desto kürzer darf auch das Kleid sein“, sagt Karsten Rüscher augenzwinkernd.
Schummeln erlaubt
Die neuen Abendroben sind übrigens nicht nur ein optischer Hingucker, sondern auch äußerst praktisch. Ein bisschen Schummeln ist nämlich durchaus erlaubt. So überspielen eingelegte „Falten“ die ein oder andere weibliche Problemzone. Ein ovaler Ausschnitt setzt dabei ein üppigeres Dekolleté ins rechte Blickfeld, und die Andeutung eines Ärmels kaschiert kräftigere Oberarme. Sabine Dohrmann, Fachverkäuferin bei Leffers, hält noch einen weiteren Tipp für die Kundin parat: „Alternativ kann die Dame auch auf ein Bolerojäckchen oder einen Schal für die Schultern zurückgreifen.“ Schon ab 250 Euro sei ein Komplett-Outfit zu erstehen.
Neben dem feurigen Rot, und dem Dauerbrenner Schwarz sind Karsten Rüscher und Sabine Dohrmann davon überzeugt, dass sich leuchtendes Grün als weitere Trendfarbe in dieser Ballsaison durchsetzen wird. Smaragd, Moosgrün, Olive oder edles Grasgrün sind nur einige der Abstufungen, mit der sich Frau auf dem roten Teppich präsentieren darf.
Smokingpflicht
Weniger experimentierfreudig sollte sich der dazugehörige Begleiter geben. „Für Männer kommt eigentlich nur ein klassischer Smoking in Frage“, sagt Claus Meenken, Herrenausstatter bei Bruns Männermode. Kostenpunkt: ab 400 Euro aufwärts. Aber bitte nicht der von vor 30 Jahren.
„Die neuen Smokings sind daran zu erkennen, dass sie ein enges Reversband und ein schmales Hosenbein aufweisen.“ Lediglich beim Accessoire – der Schleife und dem Anstecktuch – hat der Mann ein Mitspracherecht. Aber auch hier gebietet es die Höflichkeit, sich dem Kleid der Dame anzupassen. „Mann und Frau sollten optisch eine Einheit bilden“, rät Claus Meenken.
Cool bleiben
Wichtig sei, die goldene Mitte zu treffen. Weder sollte die Abendgarderobe zu sportiv, noch zu übertrieben ausfallen. „Sofern es nicht anders auf der Einladungskarte vermerkt ist, kann auf den Frack verzichtet werden.“
Ebenfalls zu berücksichtigen: die Wahl des passenden Make-ups bei den Damen. Glanzvolle Akzente kann Frau mit rauchig geschminkten Augen setzen. Auch toll: Grüner Lidschatten bei grünem Kleid. Wer es dezenter liebt, dem empfiehlt Sabine Dohrmann, Lidschatten in Sandtönen aufzutragen.
So gut vorbereitet dürfte dem großen Auftritt eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Und falls doch noch ein Missgeschick passiert: Cool bleiben und bloß nicht das Lächeln vergessen!
