OLDENBURG - OLDENBURG - Leere Büros, geschlossener Laden, stille Lagerhallen: Zwei Monate nach dem Insolvenzantrag gibt es bei Marinesse + Göricke an der Ammergaustraße wenig Leben. Doch zumindest ein Teil des Unternehmens besteht weiter: Triumph Adler Norddeutschland (Bremen) hat Vertrieb und Service für Büromaschinen sowie das Geschäft mit Büro-Lösungen aus der Insolvenzmasse erworben. Es wird als „Marinesse + Göricke, ein Unternehmen der TA Triumph Adler Norddeutschland GmbH“ firmieren.

Axel Scholze, Geschäftsführer des Unternehmens, sagte, dass TA nur die Vermögenswerte aus dem Vertriebsgeschäft übernommen habe. Dabei handele es sich vor allem um Leasing- und Wartungsverträge. Drei der zuletzt 38 Beschäftigten habe TA übernommen. Der beschäftigungsintensive Bereich Bürobedarf und Büromöbel mit Lager, Logistik und Einzelhandel sei nicht übernommen worden: „Das hat nie zum Kerngeschäft von TA gehört.“ TA werde das Servicegeschäft im Raum Oldenburg zum größten Teil von eigenen Technikern erledigen lassen, sagte Scholz. In Oldenburg werde ein Vertriebstandem tätig sein, das aus Matthias Schröder (zuvor bei M+G) und Wolfram Burda besteht. Scholz: „Es ist unser klarer Wille, den Oldenburger Markt von Oldenburg aus zu bedienen.“ Auch die alten Telefonnummern gelten weiter.

Über das Restvermögen des insolventen Unternehmens ist nach Mitteilung des Amtsgerichts am 18. April das Insolvenzverfahren eröffnet worden. In dessen Verlauf werden die Vermögenswerte an die Gläubiger verteilt.

Wie der damals noch amtierende Geschäftsführer Michael Kalt im Februar berichtete, wurde seit Monaten mit Investoren verhandelt, doch die Verschuldung des Unternehmens erforderte noch vor Vertragsabschluss den Insolvenzantrag. Scholze betonte gestern, dass TA nicht zu diesen Investoren gehört habe.

Noch im November hatte Marinesse + Göricke 71 Mitarbeiter. Als Grund für die Schieflage hatte Kalt die Belastung durch den hohen Kaufpreis der Anteile genannt, die er und Mitgeschäftsführer Knut Kallwellis vor fünf Jahren von den Gründern Claus Marinesse und Claus Göricke übernommen hätten. Zudem seien Verbindlichkeiten für die 1998 gebaute Bürobedarfshalle (1,6 Millionen DM) übernommen worden. Nach dem 11. September 2001 sei die Konjunktur und damit das Geschäft mit Hardware total eingebrochen, ebenso der Büroausstattungsmarkt.