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Umbau 100-jähriges Schiff wird mobile Buchwerkstatt

Julia Lißewski

OLDENBURG - Der Oldenburger Hafen hat zurzeit Besuch von einer sehr alten Dame. Das 100 Jahre alte holländische Plattbodenschiff „Gertrud“ von Peter Vöge hat in Höhe des Arbeitsamtes für den Einbau einer Ölzentralheizung angelegt.

„Ich möchte aus dem Schiff eine mobile künstlerische Buchwerkstatt machen“, erzählt Vöge. Diesen Wunsch verfolgt der 64-Jährige, da er sich auch privat mit Leib und Seele der Druckerei und Buchbinderei verschrieben hat. Er besitzt auch die Werkstatt „Drucken und Lernen“ in der Bleicherstraße 12, wo er regelmäßig Kurse gibt. Eine große Schwäche hat der gelernte Pädagoge aber auch für Schiffe. Die Buchwerkstatt soll nun eine Möglichkeit sein, zwei seiner größten Leidenschaften zu verbinden.

Genau aus diesem Grund hat Vöge sich „Gertrud“ auch 1994 gekauft.

In mühsamer Arbeit hat er das damalige Wrack restauriert und modernisiert. Seinen Namen trägt es noch von der Tochter eines Vorbesitzers Georg Rass, der den Frachtensegler für Lieferungen von Sand, Kohle oder Baustoffen verwendete.

Erster Name „Nova Cura“

„Gertrud“ ist aber nicht der erste Name des Plattbodenschiffs vom Typ „Klipperaak“ (spitzer Bug, rundes Heck). Im Jahr 1910, als das Schiff erbaut wurde, nannte es der erste Besitzer Jan Willem van der Meer „Nova Cura“. Es wurde damals ebenfalls als Frachtensegler eingesetzt.


1933 verkaufte van der Meer das Schiff an Hajo de Koe, der es in „Animo“. Dieser baute auch zum ersten Mal einen Motor in den Klipperaak ein. Danach folgte als Besitzer schon Georg Rass.

Das Schiff wurde noch des Öfteren verkauft, bis es letztendlich bei Peter Vöge landete. Insgesamt konnte der Frachtensegler bis zu 76 Tonnen laden und belieferte auch Oldenburg mit Steinen, Holz oder anderen Bauelementen.

Was beim ersten Blick auf das Schiff besonders ins Auge sticht, sind die „Flügel“ an beiden Außenseiten. „Das sind die Schwerter. Die können bei Bedarf senkrecht ins Wasser gelassen werden und ersetzen den Kiel.

Dank ihnen kann ein Plattbodenschiff im Watt trocken fallen. Das war früher ein großer Vorteil gegenüber Schiffen mit Kiel“, erklärt Vöge. Da die meisten Frachter aber heute mit Motor und ohne Segel fahren, wurde der Bau dieser besonderen Schiffe eingestellt.

Mit Werkstatt auf Tour

„Gertrud“ liegt normalerweise im Museumshafen in Leer und kann dort besichtigt werden. Doch sobald der Bau der künstlerischen Buchwerkstatt an Bord fertig gestellt wird, geht es auf Tour nach Ost-, Nord- und Westfriesland. Dies ist für das nächste Jahr geplant.

Vöge möchte dann auf dem Schiff auch Lesungen und Kurse zum Buchbinden- und -druck geben. Auch soll dort auch Kleinkunst ausgestellt werden.

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