OLDENBURG - Minus zehn Grad kalt war es gestern Morgen. Heiße Getränke und Hustenbonbons helfen.

von thomas husmann

OLDENBURG - Die Stadt rutscht immer tiefer in den Kältekeller, minus zehn Grad wurden vom Deutschen Wetterdienst gestern Morgen auf dem Fliegerhorst gemeldet.

Die Oldenburger bibbern und wagen sich nur noch dick eingepackt vor die Tür. Als erste trifft die NWZ -Zusteller am frühen Morgen der Kälteschock, wie Hella Schiller bestätigt, die in Bümmerstede die Zeitung verteilt. Sie schützt sich mit Strumpf- und Thermohose, dicker Jacke, Mütze und Handschuhen vor der Kälte. „Die Bewegung auf dem Rad, mit dem ich unterwegs bin, und der Gang zu den Hauseingängen hält warm“, sagt sie. Nach gut zwei Stunden kehrt sie von ihrer Tour, die sie sich mit ihrem Ehemann teilt, heim, duscht heiß und geht wieder ins kuschelige Bett. Hella Schiller: „Darauf freue ich mich schon die ganze Zeit.“

Das Zwiebelschalenprinzip bei der Wäsche setzt Franziska Pozo um, die vor der Pius-Baustelle die Besucher des Krankenhauses in Empfang nimmt. „Strumpfhose, Thermo-Unterhose, Stulpen, zwei Paar Socken, ein Baumwoll- und ein Thermo-Unterhemd, ein Rollkragenpulli, ein Pullover, eine Jacke und die organgefarbene Lotsenweste ziehe ich über, das langt“, meint die 19 Jahre alte Studentin. Von 7.30 bis 11.30 Uhr steht sie an der Ecke Grüne Straße/Georgstraße. „Die Füße werden trotzdem kalt, dagegen hilft Bewegung, gegen die Erkältung helfen Hustenbonbons“, sagt sie.

Viel Bewegung hat Uwe Behrends, der im Auftrag des Abfallwirtschaftsbetriebes den Müll in der Innenstadt aufsammelt. Um 6 Uhr morgens beginnt sein Dienst, „wenn‘s noch so richtig kalt ist“, weiß er. T-Shirt, Pullover, Steppjacke, Jacke und Weste schützen ihn gegen den Frost. „Zwischendrin gibt‘s heißen Tee. Am wichtigsten sind aber die Taschentücher, meine Nase läuft ständig“, meint der 40-jährige.


Vergleichsweise besser hat es Marktfrau Katrin Vogel, die auf dem Pferdemarkt Obst und Gemüse verkauft. Der Stand wird, bevor das Obst hereingebracht wird, mit Heizkanonen aufgeheizt, um das Obst vor dem Frost zu schützen und die Mitarbeiter und Kunden zu wärmen. Sechs Elf-Kilo-Flaschen Propangas gehen pro Markttag durch, der für die 25 Jahre alte Studentin um sechs beginnt und um 15 Uhr endet.

Und noch einen Aspekt bringt die Kälte mit sich: Der Biomüll friert in den Tonnen fest. Wie gestern bei Familie Kirchner, deren Tonne komplett voll blieb. Ein Anruf beim Abfallwirtschaftbetrieb brachte wenig Trost, bei Frost müsse man damit eben rechnen. Doch was ist, wenn es noch vier Wochen friert?, fragt sich die Familie, die den Müll nicht selber zur Annahmestelle bringen möchte, wie man ihr riet. Da ist wohl im Amt der Service eingefroren.