Oldenburg - Der Zollstreit zwischen den USA und China lässt viele Unternehmer der Region bisher kalt. „Die drohenden Handelshemmnisse trüben die Stimmung der Unternehmen im Oldenburger Land bislang nur wenig“, meinte Dr. Joachim Peters, Hauptgeschäftsführer der Oldenburgischen IHK.

So bleibe die Exporterwartung auf hohem Niveau. Die EU bilde hier eine stabile Basis, in die ein Großteil der Exporte gehe. Die Zuversicht bleibe, dass der Aufschwung andauern werde.

Die Kammer hatte turnusmäßig rund 500 Unternehmen zur Lage befragt.

Tenor der Ergebnisse: Die Erwartungen an die kommenden Monate seien leicht rückläufig, die Lage bleibe aber stabil. So bewerte fast jeder zweite Betrieb (45 Prozent) die aktuelle Geschäftslage als gut, lediglich 6,5 Prozent seien unzufrieden. Der IHK-Konjunkturklimaindex, das laut Kammer wichtigste Stimmungsbarometer der Region, fiel um drei Punkte auf 123,5 Punkte. Aber die Kammer betont: „Er bleibt deutlich über dem 5-Jahresdurchschnitt von 115,2 Punkten.“

Die IHK fasst das Ergebnis der Umfrage wie folgt zusammen: „Im Dienstleistungssektor berichten Medienwirtschaft und IT-Branche über ein gut verlaufenes Geschäftsquartal. Hohe Auftragseingänge in der Industrie sorgen ebenfalls für eine gute Stimmung. Gleiches gilt für das Baugewerbe. Etwas verhaltener, aber dennoch zufrieden äußern sich Einzelhandel, Großhandel sowie Transport- und Logistikunternehmen.“


Und im Inland: Die eher binnenorientierten Branchen „erwarten einen zufriedenstellenden Geschäftsverlauf. Die zunehmenden Beschäftigungs- und Investitionsabsichten der Unternehmen sprechen dafür“, so Peters.

Allerdings: Anders ist es nach Einschätzung der IHK im Einzelhandel. Hier rechne jeder Dritte mit einer eher ungünstigeren Lage. Mögliche Dieselfahrverbote und die Konkurrenz zu den Online-Shops bereiten den Händlern Sorgen. Gleichwohl: „Die große Mehrheit der Einzelhändler im Oldenburger Land bewerte die gegenwärtige Geschäftslage positiv“, hieß es.

Der Fachkräftemangel bleibe generell in der regionalen Wirtschaft die dringendste Herausforderung für die regionalen Unternehmen. Auch die Arbeitskosten rückten zurzeit wegen der Tarifverhandlungen verstärkt in den Fokus.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)