OLDENBURG - OLDENBURG - „Im August haben wir das Haus gekauft, eine Woche vor Weihnachten sind wir eingezogen.“ Dr. Catja Hilge und Dr. Christian Nocke wohnen im Altbau der Zukunft. In einer Komplettsanierung wurde das Haus an der Katharinenstraße auf Energieeinsparung getrimmt.

„Wir haben das Gebäude wie eine Thermoskanne eingepackt“, erklärt Ulf Brannies vom Architekturbüro Team 3. Durch Fenster mit Holz/Kork-Rahmen, Vakuumdämmung und andere Maßnahmen verbrauchen die Bewohner 87 Prozent weniger Brennstoff und sparen 38,4 Tonnen Kohlendioxid ein. Die Heizkosten für ein Jahr sinken um rund 3000 Euro. Das Haus braucht weniger Energie als ein normaler Neubau. „Die Kosten entsprechen aber auch denen für einen Neubau“, räumt Brannies ein.

Die Sanierung ist Teil des Modellprojektes „Niedrigenergiehaus im Bestand“ der Deutschen Energie-Agentur GmbH (Dena), in dem bundesweit 143 Wohngebäude auf den neuesten Stand gebracht wurden.

Oberbürgermeister Dietmar Schütz und Peter Rathert vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung waren anwesend, als Christian Stolte von Dena diese Woche den Energiepass seines Unternehmens an Catja Hilge und Christian Nocke übergab. „Oldenburg hat immer schlecht abgeschnitten, wenn es um den Energieverbrauch ging“, so Schütz, „allerdings bedeuten die 28 000 Altbauten auch ein großes Potential für das Baugewerbe.“

Die Vorstellung des Projekthauses in der Katharinenstraße war der Auftakt für einen Workshop, den die Deutsche Energie-Agentur gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Klima + im Kulturzentrum PFL organisiert hat. Dort diskutierten über 100 Architekten, Planer und Hauseigentümer über Energieeffizienz beim Bauen.