OLDENBURG - OLDENBURG - Die Hochschulen in Oldenburg und die regionale Wirtschaft wollen den Gründergeist beflügeln und haben dafür jetzt eine Stiftungsprofessur „Entrepreneurship“ (Gründungsmanagement) besetzt. Als Lehrstuhlinhaber wurde gestern an der Universität Oldenburg Professor Dr. Alexander Nicolai vorgestellt. Der 34-Jährige, der in Oldenburg studierte, war zuvor u.a. als Juniorprofessor an der Bauhaus-Universität Weimar und als Gastforscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston tätig.

Für Uni-Präsident Prof. Dr. Uwe Schneidewind ist es besonders wichtig, die Gründungsaktivitäten von Studierenden und jungen Wissenschaftlern, die die Selbstständigkeit anstreben, zu unterstützen „und damit die wirtschaftliche Entwicklung der Region zu fördern“. Nicolai könne dabei auf einem sehr guten Fundament aufbauen, das die Arbeitsstelle Dialog gelegt habe. Er passe hervorragend in das gesetzte Profil, da er in seiner Laufbahn erfolgreich Existenzgründungen angestoßen und wissenschaftlich begleitet habe.

Die Stiftungsprofessur wird für fünf Jahre finanziert von großen Teilen der oldenburgischen Wirtschaft. Arbeitgeberverband Oldenburg, Nord-West-Metall und die Wirtschaftliche Vereinigung Oldenburg – Der Kleine Kreis – geben jeweils 30 000 Euro pro Jahr, die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) 10 000 Euro. Dr. Jörg Bleckmann, Sprecher des Stifterkreises, sagte, die Wirtschaft habe große Erwartungen an Nicolai. Messgröße für ihn werde die Zahl der Gründungen sein. Die Wirtschaft sehe in der Universität den wichtigsten Innovationsträger der Region und wolle mit der Professur jungen Menschen die Möglichkeit geben, „sich über Formen von Selbstständigkeit kundig zu machen und den Schritt zur Unternehmensgründung zu wagen“. Empirisch zöge jede Existenzgründung mittelfristig vier Arbeitsstellen nach sich.

Hierauf wies auch Dr. Joachim Peters, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, hin. Die IHK beteilige sich an der Finanzierung, weil sie einen Förderauftrag für die regionale Wirtschaft habe. Dazu gehöre auch ein hoher Selbstständigkeitsgrad, der in Deutschland mit unter zehn Prozent im internationalen Vergleich eher gering sei.

Für Nicolai selbst soll der Schwerpunkt des Lehrstuhlprogramms auf technologie- und wissensbasierten Unternehmensgründungen liegen, die auf Wachstum ausgerichtet seien. Er sprach gestern vor allem die Naturwissenschaften und die Informatik an. Nicolai sieht günstige Ausgangsvoraussetzungen für seine Arbeit, da schon Netzwerke für den Transfer von der Hochschule und die Wirtschaft vorhanden seien.