OLDENBURG - OLDENBURG - Brauchen Oldenburgs Taxifahrer einen Benimmkurs? „Ja“, meint Gerald Lamping, Herausgeber des Branchenblattes „Der Innenspiegel“: „Die Zahl der Beschwerden ist deutlich angestiegen!“

Die Liste der Vorwürfe gegen die Droschenkutscher ist lang. Unhöflich seien sie, rüpelhaft, außerdem üble Verkehrsrowdys – das behaupten jedenfalls viele Oldenburger.

Einer unterstellt den Chauffeuren sogar Sachbeschädigung: Er war neulich mit zwei Fahrern in Streit geraten, weil er sein Fahrrad am Bahnhofsvorplatz angeblich verkehrsbehindernd abgestellt hatte. Als der Mann nach einem kurzen Besuch im Hauptbahnhof wieder wegradeln wollte, war seinem Hinterreifen die Luft ausgegangen – jemand hatte den Mantel durchstochen. „Augenzeugen sagten mir, sie hätten gesehen, dass einer der Fahrer der Täter war“, berichtet der Oldenburger.

„Das sind natürlich einzelne schwarze Schafe“, verteidigt Lamping seinen Berufsstand. Er fordert die Kollegen trotzdem auf, auf Service zu achten. Er verweist auf entsprechende Initiativen in Dortmund oder Osnabrück, die Titel wie „Plus-Taxi“ oder „Qualitäts-Taxi“ tragen. Zuletzt forderte der Berliner Taxiverband „Benimmkurse für Fahrer“. Lamping: „So was täte auch Oldenburg gut.“

Das sieht allerdings nicht jeder in der Branche so. Hans-Günther Bartels, in Oldenburg arbeitender Vizepräsident des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen, wirft Lamping gar „Nestbeschmutzung“ vor: „Wir haben kaum Beschwerden in unserer Stadt – und wenn, dann reagieren wir sofort!“


Stadt und Polizei geben Bartels Rückendeckung. „Uns sind keine Probleme mit Taxifahrern bekannt“, sagt Stadtsprecherin Christiane Maaß. Auch der Polizei liegt nichts vor. Allerdings: „Wir erfahren davon natürlich auch nur, wenn es zur Anzeige kommt“, so Polizeisprecher Sascha Weiß. Und auch die Stadt-Oberen wissen nicht alles: Sie fahren zumeist mit einem Oldenburger Mietwagenunternehmen, verriet ein Branchenkenner der NWZ . . .