OLDENBURG - Drei Jahre nach der Fusion der Volksbanken Ammerland-Süd und Oldenburg zur „neuen“ Volksbank Oldenburg ist das Regionaldenken bei einigen Vertretern noch recht ausgeprägt. In der Vertreterversammlung der Bank am Donnerstagabend in der Weser-Ems-Halle meldeten sich mehrere Vertreter aus Apen und Edewecht zu Wort, die um einen Einfluss ihrer Regionen im Aufsichtsrat fürchteten.
Anlass war eine eigentlich unspektakuläre Nachwahl zum Aufsichtsrat: Manfred Lüers (Edewecht) und Gerd Borchers (Augustfehn) mussten aus Altersgründen ausscheiden. Gleichzeitig mahnte Aufsichtsratsvorsitzender Manfred Kater an, das Gremium von 13 auf zwölf Mitglieder zu verkleinern, um einen durch die Fusion ausgelösten satzungswidrigen Zustand zu beenden; demnach müsse die Zahl der Aufsichtsratsmitglieder durch drei teilbar sein.
Da der Kandidat zur Nachwahl mit Rechtsanwalt und Notar Wolf-Dieter Weber aus Edewecht stammte, so das Argument der Kritiker, ginge den Apern ein Sitz verloren. „Oldenburg hat mit sieben Sitzen ohnehin schon ein Übergewicht“, empörte sich ein Redner. Man wolle bekannte Gesichter aus der eigenen Region, „sonst ist das nicht unsere Bank“. Die Aper Bank sei schon in der Bank Ammerland-Süd aufgegangen sei, die wiederum in der Oldenburger Bank verschwinde.
Manfred Kater widersprach: „Es wäre meiner Meinung nach ein Riesenfehler, die alten Banken im Aufsichtsrat widerspiegeln oder wiederbeleben zu wollen. Wir brauchen nicht zwei Räte, die zusammenarbeiten, wir sind eine Bank.“ Dennoch forderten einige Vertreter, für künftige Aufsichtsratswahlen ein Konzept vorzulegen, dass den regionalen Proporz im Gremium nicht dem Zufall überlasse. Kater sagte zu, das zu prüfen.
Einen ähnlichen Hintergrund hatte eine Frage zur Besetzung des seit dem plötzlichen Tod von Hermann Schaa vakanten Vorstandspostens: „Können wir sicher sein, dass ein Nachfolger aus unserer Region kommt?“, fragte ein Ammerländer. Katers Antwort: „Wir haben selbst größtes Interesse daran, dass der Nachfolger in die Region passt“.
Einstimmig votierte die Versammlung für die Verwendung des Jahresüberschusses von 1,9 Millionen Euro: 408 000 werden als sechsprozentige Dividende ausgeschüttet, der Rest wandert in die Rücklage. Der Aufsichtsratsvergütung von 71 000 Euro pro Jahr (für alle zusammen) wurde ebenfalls zugestimmt.
