OLDENBURG - Wenn die Gnitzen bald wieder summen, beginnt für die Rinderzüchter der Weser-Ems-Union (WEU) das Bangen. Die kleinen Mücken aus der Familie der Zweiflügler übertragen das Blauzungenvirus, welches das Exportgeschäft von Zuchtvieh aus der Region seit längerem beeinträchtigt – viele Länder verbieten die Einfuhr befallener Tiere.

„2008 konnte die Union rund 11 000 Zuchtrinder vermarkten“, erklärte WEU-Geschäftsführer Hartmut Zingel am Freitag – ein Rückgang von 16 Prozent.

Auch bei der Export-Prognose für 2009 sind die Geschäftsführer nur verhalten zuversichtlich: Zwar habe die Union das Virus vom Serotyp 8 durch Flächenimpfungen in den Griff bekommen, erklärt Dr. Josef Pott. Vor Kurzem sei jedoch nahe der niederländischen Grenze, in der Grafschaft Bentheim, ein anderer Stamm des Virus aufgetreten, Serotyp 6. Die errichtete 150-Kilometer-Sperrzone schließt das WEU-Gebiet ein, die Folge: Der Export ins EU-Ausland bleibt der WEU verboten. Die Rinderzüchter hoffen in nächster Zeit auf insektenfeindliche Kälte.

„Trotz allem fällt die Bilanz für 2008 positiv aus – ein Plus von sechs Millionen zu 2007 bei einem Gesamtumsatz von 34,4 Millionen Euro“, so Zingel im Vorfeld des WEU-Konvents – des großen Branchentreffs, der nächsten Donnerstag, 15. Januar, in der Weser-Ems-Halle stattfindet. Grund dafür sei auf der einen Seite die neue Nutz- und Schlachtviehvermarktung (6,96 Millionen Euro) der WEU, auf der anderen Seite Züchterglück – die Union könne das Sperma einiger hervorragender Bullen anbieten.

Von den Nachkommen dieser Top-Vererber können sich Interessenten beim WEU-Konvent ein Bild machen. Die Veranstaltung ist für viele Milchviehhalter eines der Spitzen-Ereignisse des Jahres. Die WEU erwartet ab 9.30 Uhr rund 4000 Besucher.


Mehr als 150 Holstein-Schaukühe werden in den verschiedenen Kategorien präsentiert. Gegen 13.20 Uhr steht die Auswahl des „Grand Champion” an. Der Konvent endet mit der „Top-Genetik-Auktion” um 14.45 Uhr.

Mehr Infos unter www.weu.de