OLDENBURG - Nicht selten kommt es in Partnerschaften zu Formen von verbaler Gewalt wie Vorwürfen oder Schuldzuweisungen, die in Streit münden. In ihrem Vortrag „Gewaltfreie Kommunikation für Paare“ zeigten Cornelia Timm und Kurt Südmersen am Dienstagabend in der Forumskirche St. Peter Wege auf, wie Beziehungspartner ehrlich und wertschätzend miteinander kommunizieren können.
Miteinander schaffen
„Die Ausgangsfrage der Gewaltfreien Kommunikation ist, wie ich in eine bessere Verbindung mit meinem Partner komme. Es geht darum, ein Miteinander zu schaffen und das Gegeneinander zu vermeiden“, erklärten Timm und Südmersen vom Orca-Institut für Konfliktmanagement. Die theoretische Grundlage ihres Vortrags bildete das Konzept des amerikanischen Psychologen Marshall Rosenberg, der die Gewaltfreie Kommunikation entwickelte.
Einfühlung ist wichtig
„Zunächst ist wichtig, dass wir in einer Partnerschaft niemals aus Schuld, Scham, Zwang oder Verpflichtung handeln. Unfreiwilliges Handeln ist eine Gefährdung für jede Beziehung. Vielmehr geht es um eine Grundhaltung, bei der eine wertschätzende Beziehung der Partner im Fokus steht. Einfühlsamkeit ist dabei sehr wichtig“, so die Referenten.
Um den Gästen das Konzept näher zu bringen, erfolgten Übungen, bei denen die Teilnehmer entweder still über Schwierigkeiten in der partnerschaftlichen Kommunikation nachdachten oder offen über diese sprachen. Klaviermusik untermalte die kleinen Aufgaben. „In der Gewaltfreien Kommunikation müssen wir sowohl auf unsere eigenen Bedürfnisse als auch auf die Bedürfnisse unseres Partners achten. Wir müssen sagen, was wir uns wünschen, so können wir kooperieren“, verdeutlichte Timm.
Zuhörer notieren Tipps
Zum Schluss erklärten die Vortragenden, wie eine Gewaltfreie Kommunikation gelingt: „Zunächst beobachten wir die Situation ohne sie zu bewerten. Anschließend drücken wir unser Gefühl und das damit verbundene Bedürfnis aus, das gerade im Mangel ist. Am Ende kommunizieren wir beispielsweise in Form einer Bitte, auf welche Weise wir das Bedürfnis befriedigen möchten.“ Die Tipps der Referenten beherzigten die Gäste: Viele schrieben sich die Ratschläge in ihre Notizbücher.
