Oldenburg - Klar: Jemanden, der am Boden liegt, sollte man nicht treten – doch genau das ist in den vergangenen Jahren immer wieder am großen Bornhorster See geschehen, ohne Rücksicht auf Verluste. Das dortige mehrere Hektar große Schutzgebiet nahe der Wasserfläche sollen Spaziergänger vorwiegend mit ihren Hunden genutzt und den dortigen Zaun heruntergetreten haben, so der Hegering Nord.

Die Einfriedung hatte im Laufe der Jahrzehnte zwar ohnehin an Standfestigkeit verloren – weil aber „Hundefreunde auch immer darüber gestiegen sind“, so Hans-Hermann Mohrmann (hiesiger Obmann für Naturschutz), wurde dieser Prozess derart beschleunigt, dass „dort ein Trampelpfad entstand“.

Gut für die freilaufenden Hunde, schlecht für die Ruhezone samt besonders geschütztem Biotop – hier soll sich die Natur schließlich erholen dürfen. Kein Wunder also, dass die Jägerschaft im Hegering Nord nun in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Moorriem-Ohmsteder Sielacht für Abhilfe gesorgt hat. Gemeinschaftlich (und unter finanzieller Beteiligung der Stadt für das Material und Mittagessen) wurde der Zaun an einem Wochenende ehrenamtlich wieder hochgezogen: 160 Meter lang (und bis ins Wasser hinein), etwa 1,20 Meter hoch. „Viele Hände, schnelles Ende“, hieß es dann also auch zum letzten Hammerschlag. Gerade Bernd Wempe, Pächter der Nutzflächen rund um die Schutzzone, zeigte sich erleichtert: „Wie oft wir den alten Zaun in den vergangenen Jahren geflickt haben, kann ich gar nicht mehr sagen...“

Mit Trecker, Schlegelmulcher und Kettensäge ging’s ins Unterholz – aber nur für die Ehrenamtler. Hundebesitzer, die nachmittags nach einer Lücke im Zaun suchten, taten dies vergeblich. Mohrmann freute das. Er sagt aber auch: „Wichtig ist, dass die wildlebenden Tiere diese für den Menschen gedachte Barriere überwinden können.“ Durch unterschiedliche Maschenweiten haben Dachs und Fuchs also noch genügend Platz, ihre Ruhezonen zu erreichen.

Zwei Warnschilder hat Naturschutzobmann Mohrmann mit Blick auf bislang unbedarfte Erholungssuchende trotzdem aufgestellt – versehen mit der Bitte, „die Ruhezonen für unsere Pflanzen und Tiere zu respektieren“.