OLDENBURG - Steife Brise aus Nordwest, Höchsttemperaturen nur wenig über zehn Grad (wenn überhaupt), graue Wolken türmen sich am Himmel, Regen, nachts fast Frost – zumindest kommt dieser Mai unterkühlt, der kälteste Mai aller Zeiten.
„Stimmt nicht ganz, aber fast“, sagt Pressesprecher Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst. Durchschnittlich 8,1 Grad war der Mai bis jetzt kalt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatten wir eine Durchschnittstemperatur bis Mitte Mai von 12,3 Grad. Die erste Maihälfte im Jahr 2000 verwöhnte uns mit 17,1 Grad im Schnitt. Das langjährige Mittel erreichte der Mai 2010 bisher nur an einem einzigen Tag – dem 1. Mai.
Wer einen vergleichbar schlechten Mai finden will, muss in der Wetterhistorie schon weit zurückblicken – genau 108 Jahre. Damals zeigte das Thermometer 8,6 Grad im Schnitt für den gesamten Monat. „Diesen Negativ-Rekord werden wir nicht knacken“, gibt sich Kirsche zuversichtlich. Schon zum Ende dieser Woche sollen die Temperaturen deutlich steigen.
Immerhin ein erster Hauch von „Wonnemonat“ wird erwartet. Das hat die Natur auch bitter nötig. Denn im Vergleich zu den Vorjahren hinkt sie knapp zwei Wochen ihrem Wachstum hinterher, hat Bernhard von Hagen, wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens, beobachtet. Dafür stehen aufgrund der Kälte Tellerkraut und Hasenglöckchen noch in voller Blüte, die eigentlich längst verblüht sein sollten.
Ein schwacher Trost für „Stattstrand“-Betreiber Olaf Moed. Sein Beachclub am Stau hat noch nicht einen einzigen Tag geöffnet gehabt. Selbst der offizielle Start in die Saison mit geladenen Gästen ist am 1. Mai der Kälte zum Opfer gefallen. Doch Moed gibt die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht auf. „Der Sommer kommt bestimmt.“
Und die Meteorologen nähren seine Hoffnung. Auf den Sommer gibt es an diesem Wochenende einen Vorgeschmack. Zeit für die Natur, den Rückstand aufzuholen. Die Aussichten für die auf Pfingsten folgende Woche sind aber schon wieder schlecht: Die Temperaturen gehen deutlich zurück, nachts ist Bodenfrost möglich . . .
