Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Wirtschaft Oldenburg: Baufirma Hecker meldet Insolvenz an

OLDENBURG - Eines der Traditionsunternehmen Oldenburgs hat am Freitag Insolvenz angemeldet. Die Baufirma Heinrich Hecker ist in Schieflage geraten. Und das nicht wegen schlechter Auftragslage. Im Gegenteil, das Großprojekt Jade-Weser-Port hat die 1949 in Oldenburg gegründete Firma (128 Arbeitsplätze) in Bedrängnis gebracht.

Hecker ist zu 29 Prozent an der Arbeitsgemeinschaft beteiligt, die den Hafen in Wilhelmshaven baut. „Aufgrund unterschiedlicher rechtlicher Auffassungen zu verschiedenen Projekten hält die Realisierungsgesellschaft der Arge Zahlungen in Höhe einer Größenordnung von 50 Millionen Euro vor“, so Geschäftsführerin Hannelotte Hecker in einem Fax an die

NWZ

 . Seit zwei Jahren sei darum ein Rechtsstreit vor dem Landgericht anhängig. Da eine schnelle Entscheidung nicht zu erwarten sei, habe Hecker bereits Mitte 2011 mit den Gewerkschaften einen Sanierungstarifvertrag geschlossen. Auch die Banken hätten die Firma unterstützt, so die 38-jährige Geschäftsführerin.Nachdem nun erhebliche Schäden an der Spundwand des Hafens festgestellt wurden (

NWZ

  berichtete), sei die Sanierung gescheitert. Im Raum steht ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. Wer dafür haftet, ist derzeit ungeklärt. Laut Hecker spreche vieles dafür, dass der Bauherr oder die Versicherungen für die Schäden am Ende aufkommen müssten. Doch die würden derzeit Zahlungen ablehnen. „Dies bedeutet, dass die Arge mit den Kosten der Schadensbeseitigung zunächst in Vorlage treten muss“, so Hecker. Damit würde die ohnehin belastete Liquidität in nicht mehr tragbarer Weise in Anspruch genommen.

Die studierte Volkswirtin Hannelotte Hecker hatte die Geschäftsführung 2007 von ihrem Vater Detlev übernommen. Sie setzte das Großprojekt Heiligengeisthöfe um. Ihr Vater gehört als langjähriger Arbeitgeberpräsident zu den Unternehmerpersönlichkeiten Oldenburgs. Nun wird der Wirtschaftsprüfer Bernd Sundermeier aus Varel als Insolvenzverwalter das Ruder übernehmen. Angestrebt, so Hannelotte Hecker, sei eine Fortführungslösung „verbunden mit dem Erhalt von möglichst vielen Arbeitsplätzen.“

Die Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft bedauerte gegenüber der

NWZ

die Insolvenz, verwies aber gleichzeitig darauf, dass sie nur zahlen könne, was „rechtlich begründet“ sei. Auf den Ablauf der Bauarbeiten habe der Vorgang keine Auswirkung.  
Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden
Mit Video
Nach der Sprengung inspizierten Midgard-Beschäftigte die Überreste der Verladebrücke.

KRANSPRENGUNG IN NORDENHAM Koloss aus Stahl fällt in 15 Sekunden zusammen

Norbert Hartfil
Nordenham