OLDENBURG - Um das Stadtmarketing gibt es Streit. Mit Kritik und Skepsis hat eine Mehrheit im Wirtschaftsförderausschuss auf die Pläne von Oberbürgermeister Gerd Schwandner reagiert, die Mittel um 300 000 Euro aufzustocken und das Marketing selbst umzustrukturieren (die NWZ berichtete).
Schwandner will die Mittel der sechs Großsponsoren nicht mehr für Einzelprojekte, sondern für allgemeine und überregionale Imagewerbung einsetzen. Um einzelne Projekte soll sich die Stadt jeweils in Zusammenarbeit mit einem Sponsor kümmern.
„Wir brauchen die Neuaufstellung“, sagte Schwandner am Montag im Ausschuss. Der Städte- und Kulturtourismus nehme zu, diese Gruppe sei – weil finanzstark – besonders interessant. Die Stadt könne mit einem besseren Angebot in diesem Bereich wachsen. Die Sponsoren wollten Oldenburg überregional positionieren. Schwandner: „Es wäre fahrlässig, mit relativ wenig eigenem Geld diesen Hebel nicht zu nutzen.“
Silke Fennemann, Geschäftsführerin der Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH (OTM) flankierte den OB-Appell mit Zahlen. Die Tourismus bringe Oldenburg 370 Millionen Euro Umsatz jährlich. Die Stadt müsse sich entscheiden, ob sie langfristig auf diesen Wirtschaftsfaktor setze. Dabei solle man den Fokus auf Übernachtungstouristen richten, weil die mit einer durchschnittlichen Ausgabe von 110 Euro deutlich über den 28 Euro der Tagesgäste lägen.
Auf Nachfragen bezifferte die OTM-Chefin die Kosten für das Merian-Heft über Oldenburg mit 400 000 Euro. 50 000 zahle die Stadt als Produktionskostenzuschuss. Das Stadtmarketing ist noch mal mit 30 000 Euro dabei.
Unterstützung fand das Duo nur bei den Christdemokraten, die ihren Streichungsantrag zum Haushalt zurückzogen. „Keine Neuaufstellung, nur Umverteilung“, monierte SPD-Fraktionschef Rainer Zietlow und forderte eine „kritische Bestandsanalyse der Location Oldenburg“. Hans-Wolfgang Woltemade (Linke) nannte die Argumentationslinie schwammig, Kurt Bernhardt (Grüne) sprach von enttäuschend und wollte prüfen, „ob die Mittel richtig eingesetzt werden“.
Bernhardt und Zietlow zeigten sich nach dem Ausschuss auf NWZ -Fragen skeptisch, ob ihre Fraktionen die gewünschte Erhöhung der Mittel für das Stadtmarketing mittragen würden.
