Oldenburg - Hohe Haftstrafe für den mutmaßlichen Millionenbetrüger aus Oldenburg: Fast 22 Monate nach dem Prozessauftakt hat das Landgericht Düsseldorf in den vergangenen Tagen einen 68-Jährigen aus Ofenerdiek zu einer Gefängnisstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das bestätigte Dr. Michael Scholz, Sprecher des Landgerichts, der NWZ. Die beiden Töchter des Hauptangeklagten hätten wegen Beihilfe zum Betrug Bewährungsstrafen von 15 und 21 Monaten erhalten.
Die Urteile sind aber noch nicht rechtskräftig. „Sämtliche Beteiligten, auch die Staatsanwaltschaft, haben Revision eingelegt“, so Scholz. Das heißt: Der Bundesgerichtshof muss den Fall überprüfen.
Die insgesamt elf Angeklagten in dem Betrugsprozess hatten sich seit Herbst 2012 vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten müssen. Ihnen wurde vorgeworfen, bundesweit rund 1700 Anleger mit Anteilen an der New Yorker Firma Business Capital Investors (BCI) um etwa 60 Millionen Euro geprellt zu haben.
Laut Anklageschrift bauten die Beschuldigten zwischen 2006 und 2011 ein weit verzweigtes Netz verschiedener Firmen und Konten im In- und Ausland auf. Kunden seien mit Renditeversprechen zwischen 15,5 und in Einzelfällen sogar 100 Prozent gelockt worden.
In einem Schneeballsystem wurden nach Feststellung des Gerichts immer neue Anleger geworben. Die Kundengelder seien aber niemals angelegt, sondern anders verwendet worden.
Der Großteil der Millionen bleibt verschwunden. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte aber eine Jacht auf den Niederländischen Antillen. Die 30-Meter-Jacht im Wert von 1,3 Millionen Euro soll dem Oldenburger gehört haben.
Der Mann galt für die Ermittler schon früh als Haupttäter. Dieser Einschätzung schloss sich das Gericht nach 101 Prozesstagen an. „Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte der Kopf einer Bande war, die sich zu gewerbsmäßigen Betrugstaten zusammengeschlossen hat. Diese Betrugstaten und ein umfangreicher Schaden sind nachgewiesen worden“, berichtete Landgerichtssprecher Michael Scholz.
Der Oldenburger war – wie berichtet – im November 2011 in seinem Büro in Ofenerdiek festgenommen worden. Er sitzt seither in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl sei bislang nicht aufgehoben worden, sagte der Gerichtssprecher am Montag.
