• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Warum viele Landwirte in der Region aufgeben

23.08.2019

Oldenburger Land Viele Sorgen umtreiben die Landwirtinnen und Landwirte in der Region. Zunehmende Bürokratisierung, ein schlechtes Ansehen in der Gesellschaft oder die anhaltende Trockenheit sind nur einige der häufig genannten Probleme.

Die Landtage Nord

Von diesem Freitag bis einschließlich Montag läuft die Agrar- und Freizeitmesse „Landtage Nord“ in Hude-Wüsting. Geöffnet ist die Messe an allen vier Tagen zwischen 9 und 18 Uhr. Mehr als 600 Aussteller präsentieren sich. Die Tageskarte für Erwachsene kostet 10 Euro, die Familienkarte (zwei Erwachsene plus zwei Kinder bis 14 Jahre) 22 Euro.

    www.landtagenord.de

Ständig neue Richtlinien und Erlasse machen etwa Betrieben mit Sauenhaltung zu schaffen, weiß Uwe Sieckmann aus Zetel (Landkreis Friesland). Er selbst hat einen Schweinemastbetrieb. „Wir müssen unseren Tiere den besten Komfort bieten, um eine gute Leistung zu erzielen.“ Doch der Druck steige immer weiter, und der Ertrag dafür sei zu gering.

Die zunehmende Bürokratisierung macht auch Hendrik Wilkens Sorgen. Der Familienbetrieb in Amelhausen (Landkreis Oldenburg) hält Vieh und baut Kartoffeln an. Durch die ständig neuen Auflagen sei es schwer, langfristig zu planen.

Lesen Sie auch:
Keine Lust mehr, über   Landwirtschaft zu schreiben

Nwz-Reporter Will Nicht Mehr
Keine Lust mehr, über Landwirtschaft zu schreiben

Die größte Herausforderung ist für Wilhelm Kollmer-Heidkamp aus Lindern (Landkreis Cloppenburg) der Tierschutzplan. Der Wille zum Tierschutz bei den Landwirten sei da – doch diesen umzusetzen sei nicht so einfach. Kollmer-Heidkamp hält Enten und nennt als Beispiel, dass Entenhalter die Empfehlungen des Europarates weitestgehend umgesetzt hätten. Dies werde jedoch auf dem Markt nicht honoriert, so wie gehofft. So sei es etwa in der Gastronomie egal, wo Fleisch herkäme – hier müsse nichts deklariert werden, und die Gäste fragen meist nicht nach. Selbst das Fleisch in der Kantine des Landwirtschaftsministeriums käme nicht immer aus der Region oder aus Deutschland.

Den Gemüsebauern macht vor allem die Trockenheit zu schaffen. Gottfried Gerken aus Langförden (Landkreis Vechta) etwa berichtet, dass in diesem Jahr einige seiner Grünkohl-Kulturen verbrannt seien – die Erträge seien damit um ein Drittel gesunken. Abgesehen von der Trockenheit hat er zunehmend mit fehlenden Saisonarbeitskräften zu kämpfen. Die Bürokratisierung mache es schwer, Helfer zu finden.

Die anhaltende Kritik an der Landwirtschaft aus der Gesellschaft ist für Heiko Siemen ein großes Problem. Der Wiefelsteder (Landkreis Ammerland) ist Landwirt und Lohnunternehmer. Sensationsjournalismus greife zunehmend um sich, meint er. Sachliche Aufklärungsarbeit reiche meist nicht aus, um die Bevölkerung zu erreichen.

Die Düngeverordnung macht Jana Eilers große Sorgen. Sie bewirtschaftet mit ihren Eltern einen Milchviehbetrieb in Schönemoor (Landkreis Oldenburg). Bereits 2017 habe es eine Düngeverordnung gegeben, aufgrund derer der Tierbestand reduziert wurde. Kommt die neue Verordnung, müsste der Bestand noch mal deutlich reduziert werden – obwohl gerade erst investiert wurde.

Unterdessen hat sich der Strukturwandel in der Landwirtschaft auch im vergangenen Jahr fortgesetzt. So gab es 2018 in Deutschland 267 700 landwirtschaftliche Betriebe – 2100 Betriebe weniger als im Vorjahr. Den Zahlen des Deutschen Bauernverbandes zufolge haben seit 2007 mehr als 50 000 Höfe ihren Betrieb eingestellt.

Weitgehend gleichgeblieben ist derweil die Zahl der Nutztiere, die auf deutschen Höfen gehalten werden. Das bedeutet, dass der Trend zu immer größeren Betrieben und Ställen ungebrochen anhält. Zugenommen hat auch die Zahl der Betriebe mit mehr als 100 Hektar Landfläche.

1.946.032

Zahl der Großvieheinheiten
2016 im Raum Weser-Ems. In sogenannten Großvieheinheiten (GV) wird der Tierbestand abgebildet. Eine GV entspricht 500 Kilogramm Lebendgewicht, also etwa einem ausgewachsenen Rind, sieben Mastschweinen oder 300 Legehennen.

16.415

Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe
im Raum Weser-Ems bei der letzten Großerfassung des Landesamtes für Statistik Niedersachsen im Jahr 2016.

609.073

Größe der Ackerfläche
in Weser-Ems in Hektar. Das Ackerland ist seit 1999 um fast 55 000 Hektar angewachsen – auf Kosten des Grünlandes, das im gleichen Zeitraum zurückging.

12.602

Zahl der Bauernhöfe
im Raum Weser-Ems, die seit der Landwirtschaftszählung 1999 bis 2016 ihren Betrieb eingestellt haben.

Manuela Wolbers Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2003
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.