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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Chancen für psychisch Erkrankte

04.04.2019

Oldenburger Land Was ist, wenn man als Arbeitnehmer psychisch erkrankt – und aus dem bisherigen Berufsleben aussteigen muss, vielleicht sogar mit dem Verlust des Arbeitsplatzes? Vor diesem Problem stehen ständig zahlreiche Menschen aus verschiedensten Arbeitsbereichen – von Pädagogen über Krankenschwestern bis zu Handwerkern und Produktionsmitarbeitern.

Bekommen sie nach bzw. mit einer psychischen Erkrankung – angefangen beim Burn-out – dann wieder einen Fuß in die Arbeitswelt? Die Aussichten sind gar nicht schlecht, und es gibt Fördermittel, wie man bei der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven und dem Berufsförderungswerk Friedehorst (Hauptsitz Bremen) erläutert.

„Jeder hat Stärken und spezielle Kenntnisse“, meint Arbeitsagentur-Chef Dr. Thorsten Müller. Es lohne sich für Arbeitgeber, sich auch Bewerber mit psychischen Beeinträchtigungen genau anzuschauen, um freie Stellen zu besetzen. Für die Eingliederung stünden Instrumente „wie Eingliederungszuschüsse jedweder Art“ bereit. Einrichtungen wie das Berufsförderungswerk Friedehorst (u.a. Oldenburg, Cloppenburg, Wilhelmshaven) leisteten bei den konkreten Maßnahmen einen „sehr wertvollen Beitrag“, in Zusammenarbeit mit interessierten Betrieben.

Dabei geht es letztlich darum, persönliche Arbeitskraft zu erhalten und oft neue Aufgabenfelder zu erschließen.

Hintergrund sind zwei Trends: Während noch vor zehn oder 20 Jahren körperliche Beeinträchtigungen bei Arbeitnehmern im Vordergrund gestanden hätten, seien es nun häufig psychische Probleme, erläutert Andreas Nordig, der bei der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven das Team für Rehabilitationsfragen leitet. Betroffenen droht nach langem Krankengeldbezug oder Ende des Arbeitsvertrages die Grundsicherung – trotz teils guter Qualifikation. Zugleich suchen aber viele Betriebe händeringend Fachkräfte.

Sie sind nun öfter bereit, sich bisher eher weniger beachteten Gruppen zuzuwenden. „Für Unternehmen sind Menschen, die eine psychische Erkrankung bewältigt haben, ein Gewinn“, sagt Müller als Vorsitzender der Agentur-Geschäftsführung.

Man wolle Menschen, die psychisch erkrankt seien und ihre bisherigen Aufgaben nicht mehr ausführen könnten, „beim neuen Einstieg unterstützen“. Dafür gebe es bei ihm spezielle Mitarbeiter, die „beraten und betreuen“.

Auf diesem Weg über die Arbeitsagentur oder das Jobcenter – oder durch direkte Kontaktaufnahme – kommen Betroffene dann zu Einrichtungen wie den Berufsförderungswerken (etwa Friedehorst oder Bfw Bookholzberg) oder anderen Agentur-Partnern (wie Zentegra in Oldenburg). „Wir bringen dann einen Prozess in Gang und begleiten die Teilnehmer ein gutes Stück weit“, sagt Birgit Hermes, die am Friedehorst-Standort Oldenburg tätig ist.

Klar sei: Viele psychisch Erkrankte könnten nicht zurück zu ihrer bisherigen Aufgabe. Hier sei eine Neuorientierung nötig. Dann sei die Frage, ob die vorhandenen Fertigkeiten ausreichten – oder neue erworben werden müssten, etwa durch eine Umschulung in Betrieben. Das begleitet man.

„Menschen, die auf diesem Weg eine neue Chance bekommen haben, bleiben dann meistens auch im Unternehmen“, weiß Reha-Experte Nordig. Sein Rat: Betroffene sollten sich früh melden, damit Unterstützungsleistungen, konkrete Angebote sowie die Kostenträgerschaft zügig ermittelt werden könnten.

Wichtig sei, dass Betroffene sich freiwillig beteiligten, betont Birgit Hermes vom Berufsförderungswerk mit Blick auf den Weg, dem man gemeinsam entwickele. Das sei auch für die potenziellen künftigen Arbeitgeber wichtig. Eine erster Kontakt mit einem interessierten Betrieb und einer Aufgabe dort sei unverbindlich und für Unternehmen kostenneutral über ein Praktikum möglich. Am anderen Ende biete man auch Nachbetreuungen.

„Die Zufriedenheit der Arbeitgeber ist sehr hoch“, zieht Birgit Hermes Bilanz. Und aus Sicht der psychisch Erkrankten gelte: „Arbeit kann gesund machen“. Man beginne gemeinsam einen entsprechenden Prozess, sagt die Psychologin Brigitte Boenig, die bei „Friedehorst“ arbeitet.

Eine erste Kontaktaufnahme sei auch „ganz unverbindlich möglich“, sagt Boenig. Der Termin sei jeden ersten Mittwoch im Monat, 15.30 bis 16.30 Uhr (Raiffeisenstraße 25 in Oldenburg).

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Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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