Oldenburger Münsterland - Nach einer aktuellen Wohnungsmarkt-Analyse, die die Baustoffwerke Münster-Osnabrück (BMO/mit einem Werk in Holdorf) für die Landkreise Vechta und Cloppenburg beim Pestel-Institut (Hannover) in Auftrag gegeben haben, besteht ein Bedarf von knapp 790 Wohnungen im Kreis Vechta. Für den Kreis Cloppenburg ermittelt das Institut ein Defizit von nahezu 340 Wohnungen.
Für Landrat Herbert Winkel und Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug „ziemlich konkrete Zahlen – ein handfester Wohnungsmangel vor der eigenen Haustür“. Und das, obwohl kräftig gebaut wurde: 2018 sind im Landkreis (LK) Vechta 1086 (LK Cloppenburg 1320) Wohnungen neu entstanden – darunter 625 (LK Cloppenburg 773) in Ein- und Zweifamilienhäusern. Von denen wiederum wurden 516 (LK Cloppenburg: 638) mit Mauerwerk gebaut.
Die Analyse des Pestel-Instituts weist aber noch weitere Aspekte aus: Knapp 41 Prozent der Gebäude im Kreis Vechta (knapp 40 Prozent im LK Cloppenburg, 65 Prozent in ganz Niedersachsen) sind 40 Jahre oder älter. Der überwiegende Teil dieser Häuser ist nicht altersgerecht.
Gut 870 Haushalte im Kreis Vechta (rund 1750 im LK Cloppenburg, circa 53 500 im ganzen Land Niedersachsen) waren trotz ihrer Einkommen nach der aktuellsten Statistik in 2017 bei der Miete auf Unterstützung vom Staat angewiesen. Sie bezogen Wohngeld.
„Wenn Wohnungen fehlen, Mieten und Immobilienpreise immer weiter steigen, dann hilft nur eins: bauen“, so Winkel. Rund 150 Beschäftigte haben bei den BMO einen Arbeitsplatz – davon allein 34 in Holdorf. Sie produzieren 170 Mio. Mauersteine pro Jahr – 40 Mio. davon in Holdorf. „An einem durchschnittlichen Arbeitstag verlassen mehr als 145 000 Steine das Werk in Holdorf – genug, um damit zehn Einfamilienhäuser komplett zu bauen“, sagt BMO- Geschäftsführer Dr. Hans Georg Leuck.
