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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Oldenburger Segeljacht ein Leichtgewicht

04.01.2011

OLDENBURG Am ehemaligen Schiffsbaustandort Oldenburg werden heute noch Boote gefertigt: Und zwar bei der H.E. Förster GmbH. Inhaber Heinz Erhard Förster ist gelernter Bootsbauer. „Wir sind ein richtiger kleiner Werftbetrieb“, erzählt er stolz. Der passionierte Segler baut Schwertjachten.

„Bluestorm“ heißt das Trailerboot, das leicht auf einem Anhänger transportiert werden kann. 2002 begann Förster mit der Arbeit an dem Boot. 2004 wurde der Prototyp in Dienst gestellt.

800 Stunden Arbeit investiert Förster pro Boot. Und das Meiste macht der gelernte Bootsbauer selbst. Drei Trailerjachten hat Förster bereits verkauft, die vierte entsteht derzeit. Außerdem hat seine Firma eine Kooperation mit einer Jachtwerft, für die er den Innenausbau übernimmt. „Wir wollen in die Marktlücke Bootsbau und Bootsinnenausbau. Und das gelingt derzeit ganz gut“, betont Förster.

Drei Standbeine

Wenn er von den Jachten spricht, merkt man die Leidenschaft für den Beruf. „Der Bootsbau hat mich immer begleitet. Es gab keinen anderen Weg für mich“, erzählt der 66-Jährige. Schon als Kind habe er lieber Boote gebaut, als Schulaufgaben zu machen. Daher sei der Weg zum Bootsbauer selbstverständlich gewesen.

Aber der Bootsbau ist nur eines von drei Standbeinen seines Betriebes. Angefangen hat Förster an seinem Standort am Röverskamp – an der Grenze zwischen Oldenburg und Wardenburg – 1992 mit einer Möbeltischlerei. Seit 1996 baut er Regalsysteme für ein lokales Textilunternehmen. „Unsere Systeme finden sich in Geschäften von Dänemark bis in die Schweiz“, erklärt er stolz. Erst 2002 kam der Bootsbau dazu.

Dass er in seinem Betrieb, in dem er zwei feste Mitarbeiter sowie eine Teilzeitkraft beschäftigt, sowohl Möbel und Regalsysteme als auch Jachten baut, ist für Förster kein Widerspruch: „Die Inneneinrichtung von Booten ist schließlich auch Möbelbau.“ Dass Förster in Oldenburg beides verbindet, erklärt sich auch aus seinem Lebenslauf.

Von 1962 bis 1965 erlernte Förster bei Abeking und Rasmussen (Lemwerder) den Beruf Bootsbauer und arbeitete an verschiedenen Orten in diesem Beruf. 1979 ging Förster weg aus Deutschland. Mit einer 10-Meter-Segeljacht war er zwischen Ostsee und Karibik unterwegs und arbeitete selbstständig als Bootsbauer. Doch dabei blieb es nicht. In der Karibik wurde aus dem Boots- ein Küchenbauer. Denn dafür war die Nachfrage damals groß. Auch in den Vereinigten Staaten ging Förster dieser Tätigkeit nach. Doch die Leidenschaft für das Segeln und den Bootsbau blieb. Auch nach der Rückkehr nach Deutschland.

Probesegeln in England

Dort gab ihm sein Freund Kristian Lellbach den Anstoß zum Bau des Trailerbootes Bluestorm. Der 52-Jährige entdeckte im Internet den Bauplan für die Schwertjacht Bluelightning des englischen Yachtkonstrukteurs Keith Callaghan. Nach einem Probesegeln in England entwickelten die beiden mit Einwilligung Callaghans gemeinsam ihre Version: die Bluestorm.

Das Konzept: Die Schwertjacht ist ein Trailerschiff. Geringes Gewicht und problemlose Handhabung beim Zuwasserlassen standen beim Entwurf im Vordergrund, erläutert Förster. „Das leichte Gewicht ist nur in Holz zu schaffen“, erklärt Förster, dessen Boote alles Einzelbauten sind. Den Vorteil des Trailerbootes sieht er in dessen Revierunabhängigkeit, da es ganz leicht transportiert werden kann.

Die Rückkehr zum Bootsbau ist für Förster eine Herzensangelegenheit. Und der 66-Jährige will noch weitere Boote bauen. Bei Interesse auch andere Modelle. So hält er in Oldenburg den Bau kompletter Boote am Leben – lange, nachdem das letzte große Schiff vom Stapel gelaufen war, 1997 bei Brands Werft.

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