OLDORF - Seit 20 Jahren gibt es die Martinsbruderschaft im Wangerland, deren Mitglieder sich regelmäßig am Sonntagabend in der ev. Kirche in Oldorf zum Gebet und zur Meditation treffen.

Die Bruderschaft wurde vor genau 20 Jahren am Martinstag von dem katholischen Pastor Hermann Roling und vom evangelischen Pfarrer Andreas Streicher gegründet und sieht sich der Ökumene verpflichtet. Die erste Zusammenkunft fand in St. Marien in Schillig statt.

Ihren Ursprung findet die Gemeinschaft in der Person des Martin von Tours, der im 4. Jahrhundert nach Christi lebte. Er war ein Vorreiter des spirituellen Lebens und gründete erste Klöster. Er sprach sich für das einfache Leben nach dem Evangelium aus. Seine berühmte Mantelteilung ist in der Bruderschaft zum Sinnbild für eine spirituelle Geisteshaltung geworden. Dazu gehört nach Streichers Worten Offenheit für den Nächsten, das Teilen der Sorgen und Fragen der Mitbrüder und karitatives Engagement.

Lieder von Taize, mediative Stille und das Zuhören gehören zu dem Ritus der Andachten, in denen jeder einen Part übernimmt, sei es ein Gebet, das Vortragen eines Textes oder das Anstimmen eines Liedes.

Der jährliche Höhepunkt der Martinsbruderschaft ist die Feier der Osternacht in Hohenkirchen. Dann erleben viele Gäste und Einheimische die Spiritualität der Männergemeinschaft, wenn sie in ihren weißen Bruderschaftsgewändern die Feier gestalten. Außerdem feiert die Bruderschaft zwei bis drei Mal ein Abendgebet in einer Nachbargemeinde.


Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder zum geistigen Austausch in Form einer Klausur. Dann geht es nicht um Diskussionen, sondern um das Zuhören, das Anteilnehmen.

Der 11. November ist für die Brüderschaft der Martinstag. An diesem Datum wurde Martin von Tour beerdigt. In der ev. Kirche hingegen ist am 10. November Martinstag im Gedenken an die Geburt Martin Luthers. Der wurde einen Tag später auf den Namen Martin getauft in Anlehnung an Martin von Tours.

Dass diesen auch die Werbung entdeckt hat mit großformatigen Anzeigen wie „Martini-Shopping“ ärgert Streicher gewaltig. „Der würde sich im Grabe rumdrehen, wenn er das lesen würde“, meint der Kirchenmann.