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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Online-Handel will schneller werden

31.05.2014

Düsseldorf /Oldenburg Das Einkaufen im Internet ist bequem, doch es hat einen großen Nachteil. In der Regel dauert es einen Tag oder länger, bis der Käufer die bestellten Produkte in Händen hält. Das könnte sich bald ändern. Die Warenzustellung noch am Tag der Bestellung gilt vielen Internethändlern inzwischen als das nächste große Ding im eCommerce. Die Unternehmensberatung McKinsey prognostiziert in einer Studie, dass der Markt dafür bis 2020 regelrecht explodieren wird.

Noch ist die Zahl solcher Express-Angebote allerdings überschaubar. Nach einer Studie des auf den Online-Handel spezialisierten Kölner Forschungsinstituts ECC bieten zur Zeit nicht einmal 3 Prozent der Händler „Same-day Delivery“ an. Doch mehr als ein Drittel spiele mit dem Gedanken, sie einzuführen.

Und unter den Vorreitern sind einige große Namen. Marktführer Amazon etwa bietet Kunden in ausgewählten Städten schon seit einiger Zeit den „Evening Express“. Wer am Vormittag früh genug bestellt, kann noch am selben Abend die Ware geliefert bekommen. Die Elektronikketten Media Markt und Saturn, offerieren seit Mitte Mai in sieben Städten versuchsweise die Lieferung online-bestellter Produkte innerhalb von nur drei Stunden.

Auch die Bünting-Gruppe (Leer) bietet bei „MyTime“, ihrem in Oldenburg ansässigen Online-Shop für Lebensmittel, in einigen Großstädten und Ballungszentren auf Wunsch die Lieferung am selben Tag an. Dazu zählen etwa Köln, Düsseldorf, Hamburg oder das Ruhrgebiet.

Und in München macht der Traditionsbetrieb Loden Frey vor, dass auch kleinere Spieler beim schnellen Lieferservice dabei sein können. Allerdings ist der Service nicht umsonst: Zwischen 9,90 Euro und 13 Euro Aufschlag kassieren die Unternehmen für die Expresslieferung.

„Sehr viele Händler erhoffen sich davon Wettbewerbsvorteile“, erklärt ECC-Geschäftsführer Kai Hudetz den Trend. Dennoch beurteilt er die Wachstumsaussichten eher vorsichtig. Für die Verbraucher sei derzeit Verlässlichkeit und Bequemlichkeit von größerer Bedeutung als Geschwindigkeit. Zudem zeigt eine Umfrage des Forschungsinstituts ibi Research, dass derzeit nur ein Viertel der Kunden bereit ist, für einen Express-Lieferung einen Aufpreis zu zahlen.

Die Unternehmensberatung McKinsey glaubt dennoch an den Siegeszug der tagesgleichen Zustellung. „Wenn der Nachteil der Lieferzeit wegfällt, kann Online-Shopping seine Stärken in Form von größerer Auswahl und oft niedrigeren Preisen perfekt ausspielen“, betont McKinsey-Experte Jan Krause.

Düstere Zukunftsaussichten also für den stationären Handel? Nicht unbedingt. Gerrit Heinemann, der Leiter des eWeb Research Centers der Hochschule Niederrhein, glaubt sogar, die Händler vor Ort könnten gerade bei Express-Lieferungen ihren Heimvorteil gegen die Online-Händler ausspielen. „Das wäre eigentlich eine Steilvorlage für die Händler vor Ort, die im Moment über die Konkurrenz aus dem Internet jammern. Sie könnten sich organisieren und sagen, wir besetzen die letzte Meile vor Ort. Wir sind mit unseren Lieferungen schneller als Amazon und lassen uns nicht länger vorführen“, sagt Heinemann.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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