Berlin - Ende für ein einst als chancenreich angesehenes Internet-Projekt: Das Soziale Netzwerk SchülerVZ, 2005 nach dem US-Vorbild Facebook gegründet, schließt endgültig. An 30. April soll die Plattform dichtgemacht werden, lautete eine Ankündigung auf SchuelerVZ.net. „Mit der Schließung werden alle deine Inhalte und Daten vollständig und unwiederbringlich gelöscht“, heißt es dort an die Adresse der Nutzer.

Etwa 200 000 Nutzer sollen betroffen sein. Vor eineinhalb Jahren soll SchülerVZ noch fünf Millionen gehabt haben.

2012 hatte die Investmentgesellschaft Vert Capital die VZ-Netzwerke von Holtzbrinck Digital übernommen. Neben SchülerVZ für Nutzer zwischen zehn und 21 Jahren gehören auch StudiVZ und MeinVZ dazu. Damals hieß es, Vert Capital wolle die Netzwerke weiter betreiben und ihre Funktionen erweitern. Zuvor hatte es mehrere Versuche einer Neuausrichtung gegeben, zwischenzeitlich sollte SchülerVZ zum Bildungsangebot umgebaut werden.

Die Bemühungen konnten den massiven Nutzerschwund jedoch nicht aufhalten. Hatten die drei VZ-Netzwerke Ende 2010 noch mehr als 12 Millionen Nutzer, besuchten im Dezember 2012 der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) zufolge nur noch 1,6 Millionen eine der Seiten.

„Wir haben uns gefreut, euch eine Weile zu begleiten“, erklären jetzt die Betreiber zum Abschied. Nach dem Einstieg von Facebook in den deutschen Markt 2008 begann der Niedergang. Immer mehr Nutzer wollten sich auch mit internationalen Kontakten vernetzen oder fanden die Trennung von Netzwerken für verschiedene Phasen des Lebens zu umständlich.