Berne - „Das war schwere Kost!“ Hauke Uphoff-Bartelds brachte es auf den Punkt, nachdem Karsten Specht und Peter Kaufmann, Geschäftsführer des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes OOWV, versucht hatten, den Mitgliedern des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Wirtschaft und Tourismus der Gemeinde Berne mit umfangreichem Zahlenmaterial zu erläutern, warum die Berner seit dem 1. Januar mehr Entgelt für die Abwasserentsorgung zahlen müssen. „Wie sollen wir das den Bürgern erklären?“, fragte der Ratsvertreter angesichts der kaum nachvollziehbaren Erklärungen und war damit nicht alleine.
3,53 Euro mussten die Berner bis Ende des vergangenen Jahres für jeden Kubikmeter Abwasser zahlen. Zu wenig, so die OOWV-Vertreter, um die Kosten, die in Berne bei der Abwasserentsorgung anfallen, zu decken. Aus den Bescheiden, die ihnen schon zugegangen sind, konnten die Berner entnehmen, dass der Preis um 39 Cent auf 3,92 Euro angewachsen ist und jeder Haushalt einen Grundbetrag von 6,25 Euro zu zahlen hat.
Erste Erhöhung
Diese Erhöhung war die erste seit die Abwasserentsorgung der Gemeinde am 1. Januar 1999 an den OOWV übertragen wurde. Das brachte Berne noch zusätzlich 5,6 Millionen DM. Damals waren die Verantwortlichen froh, die Verantwortung abgegeben zu haben, da Kosten drohten.
Bis 2004 durfte keine Erhöhung vorgenommen werden, hatten OOWV und Gemeinde vertraglich geregelt. Auch danach blieb diese aus, obwohl der Wasserverband die beträchtliche Summe von 3,1 Millionen Euro in die Abwasserentsorgung in der Gemeinde investierte. Es mussten Druckleitungen gebaut und neue Gebiete angeschlossen werden. Die Kläranlage „wurde komplett saniert“ und für 8000 Einwohnergleichwerte ausgelegt so Kaufmann, der mit Specht seit 2011 die Geschäfte des OOWV führt. Das Duo ermittelte, dass jährlich 675 000 Euro in Berne erwirtschaftet wurden. Zu wenig, um kostendeckend zu arbeiten. Seit 2011 fehlten jährlich etwa 80 000 Euro. 2013 beträgt der Betrag als kalkulationsfähiger Aufwand 933 000 Euro (675 000 Euro plus dreimal 80 000 Euro). Dieses Defizit von etwa 250 000 Euro wollen Specht und Kaufmann möglichst schnell wettmachen.
Politik fehlte der Mut
„Es fehlte der politische Mut, die Preise schon früher anzupassen“, erklärte Karsten Specht. Und Bernes Bürgermeister Franz Bittner erläuterte, dass es Versäumnisse auf beiden Seiten – OOWV und Gemeinde – gegeben habe, denn es sei klar gewesen, dass der Preis von 1999 nicht auch 2013 gelte könne.
Wie sich der Preis in Zukunft entwickelt, ist offen. Wenn sich der demografische Wandel fortsetzt, müssten die Kosten auf eine kleinere Zahl an Nutzern umgelegt werden, erklärten die Verantwortlichen, denn es gilt auch in Zukunft, dass der Wasserverband kostendeckend arbeiten muss.
