Oldenburg - Es ist das Ende einer Ära: Optiker Schlüter schließt am 30. November in der Staustraße – nach 42 Jahren. Aber die Ära in der Staustraße reicht viel weiter zurück, über 130 Jahre. Denn zwei Generationen Schlüter folgten auf zwei Generationen Bruchhaus, die das Geschäft damals vom Optiker Lemke übernahmen – gegründet im Jahr 1882.
Die Schließung hat familiäre Gründe. Holger Schlüter (51) pendelt seit über 20 Jahren zwischen Osnabrück, wo seine Frau und seine Kinder leben, und Oldenburg hin und her. Er sagt: „Ich fahre sehr gerne, und ich arbeite sehr gerne. Aber wenn man 50 bis 60 Stunden arbeitet und seine Familie nur noch zum Frühstück sieht, geht das auf Dauer nicht.“ Da der Mietvertrag jetzt ausläuft, nutzt er die Möglichkeit, ganz nach Osnabrück zu gehen – zunächst als angestellter Optikermeister.
Wer zu Schlüter kam, konnte viele Gründe haben. Im Kern ging es natürlich um das bessere Sehen oder die schönere Brille. Aber daneben eröffnete sich noch ein anderes Universum: Ferngläser, Spektive, Teleskope, Wetterstationen und Mikroskope von Schlüter dürften in vielen Oldenburger Haushalten in Gebrauch sein. Der Optiker hatte immer 200 bis 300 Ferngläser vorrätig. Auch die Profis kamen hierher – und kommen noch. Einer von ihnen ist Martin Sprötge. Mit seinem Unternehmen „Planungsgruppe Grün“ betreut er Küstenschutz- und Windenergieprojekte. „Dafür müssen wir auch die Vogelwelt im Auge haben. Unsere Ferngläser holen wir bei Schlüter“, sagt Sprötge.
Dabei war der Optiker schon immer breit aufgestellt. Bis heute hängt das rot-weiße Firmenschild über dem Laden: „Optik + Modellbahn Schlüter“. Denn Vater Horst Schlüter übernahm 1974 mit dem Geschäft auch den Modellbahn-Bereich von Vorgänger Kurt Bruchhaus.
Schlüter sagt: „Augenoptiker waren früher Gemischtwarenläden. Und das hat sich ein Stück weit gehalten. Der Optiker hat feinmechanische Kenntnisse und das nötige Werkzeug. Damit kann man eben auch prima eine Lok reparieren.“
Bis heute betreibt sein Vater (75) mit einem Teil der Familie das große Modellcenter Schlüter in Sandkrug. Seit gut sieben Jahren allerdings ohne Modellbahn, sondern spezialisiert auf ein riesiges Sortiment an Automodellen.
Nachdem Schlüter „über die Jahre sehr gut mit Optiker Schulz zusammengearbeitet hat“, geht das Geschäft quasi in Schulz auf, das einen Teil des Sortiments übernimmt, so der Augenoptikermeister.
Biomarkt aus Münster
Nachfolger von Netto, das 29 Jahre am Waffenplatz war, wird dort der zweite Oldenburger „Super-Bio-Markt“. Ein Geschäft des Münsteraner Unternehmens gibt es bereits an der Alexanderstraße 94. Seit 1973 handelt „Super-Bio-Markt“ mit Bio-Produkten (aktuell über 7000) und gehört damit zu den ältesten Naturkostunternehmen in Deutschland. Inzwischen gibt es 23 Superbiomärkte – unter anderem in Münster (6), Düsseldorf (5), Osnabrück (3) und Dortmund (2). Beschäftigt werden 560 Mitarbeiter. Mietbeginn ist der 1. März. Die Eröffnung ist für Mai geplant. Michael Radau, der Vorstandsvorsitzende von „Super-Bio-Markt“ sagte am Donnerstag, damit sei – neben den Schlosshöfen – dann wieder ein qualitativ hochwertiger Lebensmittelhandel in der Innenstadt zu finden.
Schluss mit Meterware
Heinrich Windau schließt sein Geschäft Windau Modestoffe aus gesundheitlichen Gründen spätestens Ende Januar. Der Spezialist für klassischen Meterwarenhandel war über 25 Jahre hier. Seine Läden in Wardenburg und Delmenhorst bleiben bestehen.
Geox und Salamander
Der Geox-Schuhladen in der Schüttingstraße schließt am 19. Dezember, für den selben Tag plant auch Salamander die Schließung.
„dm“ gestartet
Der Drogeriemarkt „dm“ ist vom Lefferseck in die Achternstraße (neben Zumnorde) gezogen und hat seit Donnerstag auf zwei Etagen geöffnet – nun in unmittelbarer Nachbarschaft der Drogeriekette Müller.
„Pohland“ im Frühjahr
Für das niederländische Modegeschäft „The Sting“ in der Achternstraße, das schließen wird, kommt wie berichtet der Herrenausstatter „Pohland“. Eröffnet werden soll im Frühjahr 2016 auf über 1500 Quadratmetern.
