OSNABRüCK - Niedersachsens Landwirte können sich über eine gute Ernte freuen. Mit 929 000 Hektar Getreide wurden 5,7 Prozent mehr angebaut als im Vorjahr, sagte der Präsident der Landwirtschaftkammer Niedersachsen, Fritz Stegen, am Dienstag bei der Vorstellung der Erntebilanz in Osnabrück. Allerdings hätten gefallene Preise und gestiegene Produktionskosten die gute Bilanz getrübt.
Insgesamt seien 6,87 Millionen Tonnen (ohne Körnermais) geerntet worden. Besonders dazu beigetragen hätte der Weizen, der mit 3,8 Millionen Tonnen ein Rekordergebnis einbrachte.
„Aufgrund der drastisch geänderten Rahmenbedingungen hält sich die Freude der Landwirte aber in Grenzen“, sagte Stegen. So habe etwa der durchschnittliche Erzeugerpreis zur Ernte Ende August um 18 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Zudem seien Dünger und Energie erheblich teurer geworden, und beim Weizen hätten die Bauern Abschläge für mindere Qualität hinnehmen müssen. „Je nach Ablieferungstermin ergibt sich damit ein Minus von etwa 100 bis über 400 Euro je Hektar“, sagte Stegen.
Profitieren konnten von der Entwicklung die Veredlungsbetriebe. „Die gefallenen Getreidepreise reduzierten die Futterkosten deutlich“, sagte Stegens Amtskollege Friedrich Scholten. Bei Ferkelerzeugern, vor allem aber bei Schweinemästern, die im vergangenen Jahr in existenzielle Nöte geraten seien, hätte sich die Lage mittlerweile entspannt.
Mit Blick auf den Maisanbau konnte Scholten von einem erneut kräftigen Zuwachs um 11,6 Prozent berichten. Der Maisanteil an der Ackerfläche betrage damit mittlerweile 38 Prozent. Sorgen bereiten hier aber zwei Schädlinge, der Maiszünsler und der Maiswurzelbohrer, deren Vormarsch nach Norden voranschreite.
Erträge leicht über dem Durchschnitt erzielte trotz schwieriger Startbedingungen auch der Winterraps. Bei der Zuckerrübenernte, die noch in vollem Gange ist, erwartet die Kammer eine mittlere bis gute Ernte. Im Bereich Grünland hätten die sommerlichen Niederschläge die geringen Erträge aus dem Frühjahr abmildern können.
Bei den Kartoffeln stieg die Erntemenge bei den mittelfrühen und späten Sorten um etwa 20 Prozent. Auffällig sei der hohe Anteil an übergroßen Knollen, die sich als Speise- und Pflanzkartoffeln schlechter vermarkten ließen. Für die Verarbeitungskartoffeln zur Herstellung von Pommes frites und Chips sei diese Entwicklung aber gut.
