OSNABRüCK - Der Osnabrücker Autohersteller Karmann hat Meldungen zurückgewiesen, nach denen Volkswagen das Unternehmen komplett übernehmen will. „Das gehört in das Reich der Fabeln. Meines Wissens gibt es seitens der Geschäftsführung keine Gespräche mit möglichen Investoren“, sagte Karmann-Sprecher Christian Eick am Samstag .
Das Nachrichtenmagazin „Focus“ hatte zuvor unter Berufung auf Unternehmenskreise gemeldet, dass der Wolfsburger Konzern eine komplette Übernahme von Karmann prüfe. Erste Gespräche zwischen VW und Karmann hätten bereits stattgefunden. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Der Fall Karmann könnte zu einer Machtprobe zwischen dem VW-Chef Martin Winterkorn und VW-Großaktionär Porsche werden. Der Sportwagenbauer halte nur wenig von einer Übernahme, heiße es bei Porsche. Eine Zustimmung im Aufsichtsrat sei unsicher.
Am 1. Oktober hatte Karmann bekanntgegeben, 1770 seiner 5000 Stellen an den beiden deutschen Standorten Osnabrück und Rheine streichen zu müssen.
Der Sprecher der Karmann-Geschäftsführung, Peter Harbig, kündigte unterdessen an, dass das Unternehmen 2009 möglicherweise seine Cabrio-Fertigung auch dann einstellen werde, wenn es neue Aufträge von Autoherstellern erhalten sollte. Neben der Dachfertigung und Entwicklung erwäge Karmann daher, in ein neues Geschäftsfeld einzusteigen. „Es gibt durchaus Bereiche, die bei den Herstellern noch etwas zäh laufen und wo sie unsere Unterstützung gebrauchen könnten. Das könnte zum Beispiel bei der Elektrifizierung des Antriebs sein“, sagte Harbig.
