OSNABRÜCK - Der angeschlagene Autobauer Karmann hat einen

neuen Auftrag an Land gezogen: Der Autohersteller BMW lässt das Dach

für sein neues 1er-Cabrio bei Karmann bauen. Dies sei ein bedeutender

Beitrag, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, sagte der

Sprecher der Karmann-Geschäftsführung, Peter Harbig, am Dienstag im


Radiosender NDR 1 Niedersachsen. Das Verdeck soll am polnischen

Karmann-Standort Zary gefertigt werden. Den Angaben zufolge plant

Karmann seine Verdeckproduktion bis 2013 von 170.000 auf 300.000

Cabriodächer zu erhöhen. Das neue Auto wurde am Dienstag bei der

Automobilwoche in Genf vorgestellt.

Das prognostizierte Wachstum bei den Dach-Systemen beruhe auf

unterschriebenen Verträgen, nicht nur auf Wunschdenken, betonte ein

Unternehmenssprecher. Keine Neuigkeiten gebe es hingegen für den

kriselnden Bereich der Auto-Komplettproduktion. „Wir führen mit

vielen Herstellern Gespräche“, sagte der Karmann-Sprecher.

Der Osnabrücker Autobauer hatte im vergangenen Herbst aus Mangel

an Aufträgen die Entlassung von 1770 Mitarbeitern im Fahrzeugbau

angekündigt und im Januar erste Kündigungen ausgesprochen. Ein

Anschlussauftrag für die in diesem Jahr auslaufenden

Produktionslinien ist nach Unternehmensangaben derzeit weiterhin

nicht in Sicht. Es droht die Schließung der gesamten Fahrzeugbau-

Sparte und damit die Entlassung weiterer rund 800 Mitarbeiter.