OSNABRüCK - OSNABRÜCK/DPA/WI - Der Osnabrücker Cabriospezialist Karmann rechnet für das zu Ende gehende Geschäftsjahr 2006 mit weiter sinkenden Umsätzen. Es sei mit einem Erlös von maximal 1,7 Milliarden Euro zu rechnen, sagte Finanzchef Wilhelm Dietrich Karmann in Osnabrück. 2005 waren es 1,9 Milliarden Euro, das war bereits ein Rückgang von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das Ergebnis werde dennoch ausgeglichen sein, hieß es. Die Umsatzrückgänge seien „nicht existenzbedrohend“, betonte Karmann. Aufsehen hatte vor wenigen Tagen der überraschende und kurzfristige Rückzug des Geschäftsführers Bernd Lieberoth-Leden erregt.

Das Unternehmen, das unter anderem Nischenfahrzeuge wie Cabriolets oder Sportwagen für Großserienhersteller baut, leidet derzeit unter den Überkapazitäten der Autoindustrie, die mittlerweile auch Kleinserien eher in eigenen Werken herstelle. Außerdem bleibt der Absatz der für Daimler-Chrysler produzierten Crossfire-Modelle weit hinter den Erwartungen zurück. Bis Jahresende will Karmann gut 900 Arbeitsplätze am Stammsitz Osnabrück abbauen. Damit würde die Beschäftigtenzahl in Osnabrück auf 4200 sinken.

Bis Jahresende werde man 40 000 Fahrzeuge produzieren, sagte der neue Sprecher der Geschäftsführung, Peter Harbig. Das wären 14 000 weniger als 2005. Man sei zuversichtlich, neue Aufträge für Nischenfahrzeuge zu bekommen. Von 2011 an rechne er damit, dass sich die Fahrzeugproduktion für Karmann wieder stabilisiere. Das Produktionsniveau pro Auftrag werde auf maximal 20 000 Einheiten im Jahr sinken.