OSNABRüCK - Sie ist die größte Umweltstiftung der Welt und eine der größten Stiftungen Europas. Und sie vergibt jährlich den mit 500 000 Euro höchst dotierten Umweltpreis Europas: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück ist nach 20 Jahren den Kinderschuhen längst entwachsen. „Sie hat Deutschland auf dem Markt der Umwelttechnologien ganz nach vorn gebracht“, sagt Fritz Brickwedde, damals wie heute Generalsekretär der Stiftung.

Am 1. März 1991 nahm sie ihre Geschäfte auf. Am Dienstag feierte sie ihr Jubiläum in Berlin, unter anderem mit einem Festvortrag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Das Startkapital von knapp 1,3 Milliarden Euro stammte aus dem Verkauf der bundeseigenen Salzgitter AG. Vorgeschlagen hatte das der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU).

Im Dezember 1990 konstituierte sich das Kuratorium, das der Stiftung vorsteht. Vorsitzender ist Hubert Weinzierl, der Präsident des Deutschen Naturschutzringes. Am 1. März 1991 nahm die DBU unter der Geschäftsführung von Brickwedde ihre Arbeit auf. Mittlerweile ist das Kapital auf 1,9 Milliarden Euro angewachsen. Die DBU hat mehr als 7800 Projekte mit rund 1,4 Milliarden Euro Fördergeldern unterstützt.

Ziel sei es von Anfang an gewesen, „Umweltpioniere“ in der mittelständischen Wirtschaft und in der Forschung zu fördern, sagt Brickwedde. Dabei will die Stiftung immer auch Akteure aus beiden Bereichen zusammenbringen. Sie hat die Reinigung von glatten Oberflächen mit Laserstrahltechnik gefördert und ebenso das Klimakonzept für das Klimahaus in Bremerhaven, die energetische Sanierung von privaten und öffentlichen Gebäuden oder die umweltgerechte Verwertung von Mineralwolle.

Den Deutschen Umweltpreis, der seit 1993 vergeben wird, teilen sich immer ein Wissenschaftler und ein Unternehmer: „Wir betreiben Umweltpolitik von unten“, betont Brickwedde. Deshalb sei Deutschland bei den Innovationen etwa zur Schonung knapper Ressourcen wie auch zur Reduzierung von Treibhausgasen weltweit Vorreiter.


Brickwedde und das Kuratorium haben es jedoch auch immer verstanden, Prominenz mit der Stiftung in Verbindung zu bringen und so ihr Anliegen in der breiten Öffentlichkeit bekannter zu machen. Seit einigen Jahren werden mit dem Umweltpreis immer auch berühmte Umwelt- und Naturschutz-Aktivisten für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Auch die Kirchen bekamen Fördergelder, etwa für die Installation von Solaranlagen auf Kirchendächern oder den fairen Einkauf von Waren. Auch sie sind damit gleichzeitig Werbeträger für den Umweltschutz.

Die Stiftung versteht sich als politisch neutrale Einrichtung, die sich nicht ins Tagesgeschäft einmischt. Allerdings tragen die Umweltbildungsprojekte wie Kongresse, Schüler-Wettbewerbe oder Fernsehsendungen dazu bei, dass sich die Einstellung der Bevölkerung ändert, erzählt der Generalsekretär.