OSNABRüCK - OSNABRÜCK/LNI - Die Verbreitung von Kinderlähmung könnte bald weltweit gestoppt werden. Diese Hoffnung habe er, sagte der Präsident von Rotary International, Glenn Estess sen., am Sonnabend bei einer Konferenz in Osnabrück. Die Organisation engagiert sich seit 1986 im Kampf gegen Kinderlähmung und hat seither dafür rund 600 Millionen US-Dollar bereitgestellt.

Zu Beginn der Immunisierungskampagne habe es weltweit jährlich 350 000 Neuinfektionen gegeben, sagte Estess. „Im vergangenen Jahr wurden nur noch 1130 Fälle registriert.“ Nachdem Ende der 80er-Jahre 125 Länder noch als gefährdet gegolten hatten, seien heute noch sechs Länder betroffen. Unruhen und Kriege in Afrika hätten die Immunisierungsaktion verzögert.

„Spätestens 2006 müsste die Verbreitung aber weltweit gestoppt sein“, sagte Estess sen. „Unsere Mitglieder helfen dabei auch durch den Einsatz ihrer Arbeitskraft“, sagte der oberste Repräsentant der Organisation, die in 166 Ländern vertreten ist.

Europa wurde 2002 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für poliofrei erklärt. In Deutschland werden Kinder weiterhin aus Vorsorgegründen gegen die Krankheit geimpft.

Die Konferenz der 1905 in den USA gegründeten Vereinigung, zu der in Deutschland ca. 42 000 Mitglieder gehören, stand in Osnabrück unter dem Thema „Programme für die Jugend“. Für Austauschprogramme und andere Projekte stellten allein die deutschen Rotary-Clubs im Jahr 2003 annähernd 30 Millionen Euro zur Verfügung. „Wir wollen Ideen und Erfahrungen untereinander weitergeben“, sagte Distrikt-Governor Martin Gutsche (Oldenburg) zur Osnabrücker Konferenz.