Osternburg - Viel los ist in Dörthe Heuers Garten derzeit nicht. Keine Biene schwirrt hier herum. Aber es muss ja auch mal ruhige Zeiten geben. Da hat die passionierte Hobby-Imkerin auch mal Muße über ihre tierisch besten Freunde zu sprechen.
1 mal in ihrem Leben dürfen männliche Bienen – die Drohnen – eine Königin begatten. Danach fallen sie tot zu Boden. Die begehrte Monarchin schwärmt zum Tête-à-tête an einen öffentlichen Ort aus und lässt 20 Drohnen heran. Danach ist sie für den Rest ihres Lebens befruchtet.
2 Wochen lebt eine weibliche Biene in der Sommersaison. Sie arbeitet sich quasi zu Tode. Die männlichen Artgenossen schuften nicht, sie sind zum Wärmen der Weibchen da. Haben bis zum Winter zu viele Herren überlebt, werden sie eliminiert – sie fressen zu viel.
2 Trachten bringen Dörthe Heuers Bienen jährlich ein. Der im Juni geerntete Frühjahrshonig schmeckt süßer als die Sommertracht aus dem Juli.
2,5 Kilo wiegt eine volle Honigwabe. Das Wachs produzieren die Bienen selbst – beim Schwitzen. Dörthe Heuer macht aus dem Wachs Kerzen, Seifen und Cremes.
2,5 Prozent – um diese Menge reduziert sich weltweit jährlich die Zahl der Insekten.
3 Wochen lang rührt Dörthe Heuer täglich ihren Honig, nachdem sie ihn in der Schleuder aus den Waben geschüttelt hat. Das mehrmals tägliche Rühren ist nötig, damit der zuerst flüssige Honig nicht zu einem Klumpen kristallisiert.
11 Jahre ist Dörthe Heuer schon Imkerin. Auf Bienen fliegt die 52-Jährige, seit sie ihren heimischen Kirschbaum zum Aufblühen bringen wollte und einen Imker um Rat fragte. Seit 2014 ist die Fremdsprachenkorrespondentin Vorsitzende des Oldenburger Imkervereins.
15 bis 20 Anwärterinnen auf den Königinnen-Thron gibt es jeweils. Die amtierende Königin bekommt von ihrem Volk mitgeteilt, wenn sie zu alt wird und abdanken soll. Dann legt sie spezielle Eier, die zapfenförmig im Stock hängen. Die erste starke Babykönigin, die schlüpft, darf überleben. Alle anderen sticht sie tot. Gefüttert wird sie während der Kindheit mit Gelee Royal. Königinnen sind dicker und größer als Drohnen und Arbeitsbienen.
16 Bienenstöcke mit momentan jeweils 7000 Insassen betreut die Osternburgerin Dörthe Heuer – 5 davon im eigenen Garten. 2 stehen auf dem Dach des Staatstheaters, 2 sind über den Büros der Cewe-Color-Mitarbeiter beheimatet. Das Unternehmen bietet unter Kollegen Imkerkurse an. Während der letzten Stadtgärten standen in der Haarenstraße Bienenstöcke. Auch auf dem Dach des Oldenburger Sozialgerichtes leben Honigbienen – die werden allerdings nicht vom Imkerverein betreut.
20 bis 30 Liter Honig liefert Dörthe Heuer jedes ihrer Völker. Meist erntet sie Mischhonig. Beliebt unter Imkern ist Oldenburg wegen der üppigen Lindentracht, zu der auch Honigbienenvölker aus dem Umland gebracht werden.
20 Kilo Zuckerwasser bringt Dörthe Heuer ihren Bienen im Winter – als Ausgleich für den Honig, den sie ihnen wegnimmt.
36 Grad ist es zur Winterzeit, zwischen Oktober und Februar, im Inneren des Bienenstocks rund um die Königin warm. Richtigen Winterschlaf machen Bienen nicht – sie kuscheln eher. Manchmal machen sie auch kleine Ausflüge.
39 mal schon hat der Oldenburger Imkertag stattgefunden. Ins Leben gerufen hat ihn Leonard Walter. Zum 40. Treffen am Sonntag, 1. März in der IGS Flötenteich gibt es von 8.30 bis 15.30 Uhr viel zu erleben. Referate, eine Fotoausstellung und Stände mit Imkereibedarf gibt es dort, insektenfreundlichen Pflanzen, Büchern und Infomaterial rund um Imkerei sowie Kosmetik aus dem Bienenvolk. Kinder können Wildbienenhotels basteln, es gibt Erbsensuppe, Kuchen und Honig.
90 Jahre alt ist Leonard Walter als ältestes Mitglied des Oldenburger Imkervereins. Mit Honigbienen beschäftigen inzwischen auch viele Oldenburger Schul-AGs.
145 Jahre gibt es den Oldenburger Imkerverein, zu dem 171 aktive Mitglieder zählen.
200 verschiedene Inhaltsstoffe sind in Honig enthalten – 100 sind Aromastoffe. Hauptbestandteil ist Zucker mit rund 80 Prozent, dazu kommen Wasser, Proteine, Enzyme, Aminosäuren, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente.
550 verschiedene Bienenarten gibt es allein in Deutschland. Weltweit sind es weit über 20 000. Zu Bienen werden neben den fleißigen Honigsammlern auch Wespen und Hummeln gezählt. Als Wildbiene ist letztere eine vom Aussterben bedrohte Spezies.
1000 mal mindestens ist Dörthe Heuer schon von Bienen gestochen worden. Ihr macht das nicht viel aus. Die Bienen allerdings sterben dabei – „weil sie nicht für einen Kampf mit dem Menschen gemacht sind“, sagt die Imkerin.
60 000 bis 70 000 Bienen leben zur Hochsaison in einem Stock.
