OSTERSCHEPS - „Wir leben in der Natur, von der Natur und mit der Natur“, pflegt Hinrich Bischoff zu sagen. Die Natur spielte und spielt im Leben des 71-Jährigen eine große Rolle. Der Osterschepser wuchs mitten in der Natur auf einem Bauernhof auf. Sein Vater, ein Landwirt, war auch Jäger und nahm Sohn Hinrich schon früh mit ins Revier. Das prägte. Als 21-jähriger absolvierte Hinrich Bischoff die Jagdprüfung und wurde Mitglied im Hegering Edewecht. 1988, im gleichen Jahr, als Bischoff aus gesundheitlichen Gründen die Landwirtschaft – er hatte den elterlichen Hof übernommen – aufgeben musste, wurde der Osterschepser Leiter des Hegerings. „Aus Krankheitsgründen hatte Hinrichs Vorgänger Heinrich Oellien den Vorsitz im Hegering niederlegen müssen und bei uns in der Stube wurde überlegt, was zu tun ist. Mein Mann wurde als neuer Hegeringleiter vorgeschlagen und später gewählt“, ergänzt Ehefrau Klara. Klara Bischoff hat ihrem Mann Hinrich immer zur Seite gestanden, ihm den

„Rücken freigehalten“, wenn er für den Hegering tätig war.

„Ein Hegeringleiter hat eine ganze Reihe von Aufgaben“, erläutert Bischoff. „Ich war Ansprechpartner für die 175 Jäger in unserer Gemeinde, musste Versammlungen leiten, viele Formalitäten erledigen, z.B. Abschusslisten erstellen, wurde angesprochen, wenn Rehwild angefahren wurde, hatte Gespräche mit Jagdpächtern zu führen, Gehörne vor den Gehörnschauen entgegennehmen und hatte vieles mehr zu tun.“ Dieses Engagement habe ihm viel Spaß gemacht, gesteht der 71-jährige, der 20 Jahre lang den Hegering leitete und dieses Jahr sein Amt an Ekkehardt Lange abgab.

Besonders stolz ist Bischoff darauf, dass der Edewechter Hegering in den Neunziger Jahre einer der ersten im Ammerland war, der Öffentlichkeitsarbeit betrieb. In Schulstunden oder bei Ferienpassaktionen werde Kindern das heimische Wild näher gebracht. Vermittelt werde auch, dass Jagd auch aus Hege und Pflege der Natur bestehe. „Die Ferienpassaktionen machen mir besonders viel Freude“, sagt Hinrich Bischoff, der jährlich zwei „Naturtage mit Revierbesuchen“ mit Hegeringskollegen und mit Unterstützung seiner Frau Klara auf dem eigenen Hof anbietet. „50 Mädchen und Jungen können teilnehmen, aber wir haben oft bis zu 180 Anmeldungen“, so der Osterschepser, der in der Bauerschaft Bezirksvorsteher und zudem in der Feuerwehr aktiv ist.

Dabei lernten die Kinder nicht nur in Theorie und Praxis Wissenswertes über Rehe, Hasen und Habichte, sondern sie erführen auch, dass Jäger keine Menschen seien, die alles abschießen, was ihnen vor die Flinte käme. Geschossen werde dürften – und das nur zu bestimmten Zeiten – maximal soviele (Alt-)Tiere wie Jungtiere geboren würden. Einmal im Jahr werde das Wild in den 16 Jagdbezirken der Gemeinde gezählt. Wenn man dabei z.B. feststelle, dass es nur wenig Hasen gäbe, dürften Hasen kaum bejagt werden, um den Bestand zu schonen. Das Fleisch des Wildes, das geschossen werde, werde ebenso verzehrt wie das von Nutztieren. „Wir leben in der Natur, von der Natur und mit der Natur“, sagt Hinrich Bischoff, der für Gäste auch Führungen ins Fintlandsmoor anbietet. „Das will ich stets vermitteln.“