Wangerooge - Die Deiche und Dünen sind in einem guten Zustand, das hat Frank Thorenz, Leiter der Betriebsstelle Norden-Norderney des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bei der Herbstdeichschau in dieser Woche festgestellt.
Zuvor hatte sich die Schaukommission, bestehend aus Vertretern des NLWKN, des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) Wilhelmshaven, des Landkreises Friesland, der Nationalparkverwaltung und der Gemeinde sowie Wangerooge Bürgermeister Dirk Lindner vom guten Zustand der Anlagen überzeugt. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der Deichbaustelle am Ostgrodendeich. Wie berichtet, ist dort der Deich seit mehr als einem Jahr auf einer Länge von gut einem Kilometer erhöht und verstärkt worden. Gut 40 000 Kubikmeter Klei wurden dafür vom Festland auf die Insel transportiert.
Kleistransporte zur Insel
Die Kleitransporte zur Insel, die auch zur Vorbereitung weiterer Deichbauabschnitte dienten, wurden Ende Oktober abgeschlossen. „Derzeit laufen noch Pflasterarbeiten an den Deichwegen“, erläutert Projektleiter Theo van Hoorn vom NLWKN.
Für das Jahr 2015 ist ein Neubau des Eisenbahnscharts im Dorfgrodendeich und des Schöpfwerkes im Ostgrodendeich geplant. Zudem soll der Deich zwischen der Müllumschlagsstation und dem Eisenbahnschart als weiterer Bauabschnitt in der Erhöhung der Wangerooger Inseldeiche angepasst werden.
Mit diesen Arbeiten soll Mitte April begonnen werden, um sie rechtzeitig vor dem Winter 2015/16 abschließen zu können. „Die detaillierten Planungen sollen der Wangerooger Bevölkerung im Januar vorgestellt werden“ sagt Thorenz.
Nach der Sturmflut vom 22. Oktober, die einen Wasserstand von fast zwei Metern über dem mittleren Hochwasser erreicht hatte, galt der Harlehörndüne und den Nordostdünen die besondere Aufmerksamkeit der Schaukommission.
In beiden Bereichen waren die Dünen im Verlauf des Jahres durch Einbau von 120 000 Kubikmetern beziehungsweise von 50 000 Kubikmetern Sand verstärkt worden, nach dem die Sturmflut Xaver Im Dezember des vergangenen Jahres bereits erhebliche Abbrüche an den Dünen verursacht hatte.
Nur leichte Schäden
Die Schaukommission stellte während der Herbstdeichschau diesmal nur leichte Abbrüche durch die jüngste Sturmflut fest. „Die Dünen können ihre Funktion in vollem Umfang erfüllen“, betont die Schaukommission. Ebenso wurde für alle Deiche ein guter Pflegezustand festgestellt.
Die Insel Wangerooge wird durch insgesamt 11,3 Kilometer Schutzdünen und 5,9 Kilometer Hauptdeiche vor Sturmfluten und Erosion geschützt.
