OVELGöNNE - Eine Woche lang ist gemessen worden. Jetzt muss nach Alternativen gesucht werden, den Verkehr aus dem Ort fernzuhalten.

von torsten wewer

OVELGÖNNE - Tempo 30 im Burgdorf Ovelgönne wird es in nächster Zeit nicht geben. Der Grund verblüffte Rat und Verwaltung ebenso wie die Anwohner, die der öffentlichen Sitzung des Bau- und Straßenausschusses im „König von Griechenland“ am Dienstagabend beiwohnten. „Die Geschwindigkeit wird nicht nur eingehalten, sondern sogar noch unterschritten“, verwies Andreas Hoppe, beim Landkreis zuständig für verkehrsbehördliche Anordnungen, auf das Ergebnis einer Verkehrsmessung.

Eine Woche lang wurde rund um die Uhr der Fahrzeugverkehr in beide Fahrtrichtungen im Ortskern gemessen. Das Ergebnis: Der ganz überwiegende Teil der registrierten Fahrzeuge bewegt sich mit Geschwindigkeiten deutlich unter 50 Stundenkilometer durch den Ortskern. Insgesamt wurden 15 843 Fahrzeuge erfasst, die sich in einspurige wie Fahrräder (1189), in Pkw (13 378), Lkw (901) und in Lkw-Züge (357) aufteilen.

Der Eindruck der Anwohner, dass übermäßig starker Schwerlastverkehr durch den Ort fährt, wird ebenfalls nicht bestätigt. Der Anteil an Lkw-Zügen (etwa Sattelschlepper) sei sogar geringer als in anderen Orten, erklärte Hoppe. Damit habe er „keine rechtliche Handhabe“, um den Wunsch der Anwohner nach Tempo 30 umzusetzen.

Hoppe will nun prüfen, ob aufgrund des (schlechten) Zustands der Straße außerhalb der Ortschaft möglicherweise eine Tonnenbegrenzung für Fahrzeuge angeordnet werden kann. Auch bauliche Veränderungen an den Ortseingängen könnten geschwindigkeitsreduzierend wirken, verwies Hoppe auf eine weitere Alternative.


Angeregt wurde aus dem Zuhörerkreis, im Ort eine Lärmmessung vorzunehmen, um aus diesem Ergebnis Möglichkeiten abzuleiten, den Verkehr aus dem Ort herauszubekommen. Denn die in nur einer Woche gezählte Fahrzeugmenge empfand selbst der Landkreis-Sachbearbeiter als erstaunlich hoch.

Ein weiteres Beratungsthema war die vom Bürgerverein Rüdershausen beantragte Bepflanzung des Culturweges in Barghorn mit Birken. Die Verwaltung schlug wie 2002 vor, dieses Ansinnen abzulehnen, weil sonst die Bewirtschaftung des Weges beeinträchtigt werden könnte. Das Gremium schloss sich diesem Vorschlag nicht an. Stattdessen soll mit dem Verein vor Ort die Bepflanzung noch einmal diskutiert werden.