OVELGöNNE - „Diese Leute werden nie wieder unsere Kunden“, freut sich Anja Moorbeck von der Braker Arbeitsagentur. Sieben neue Werkstoffprüfer im Alter von 24 bis 52 Jahren haben ihre zwölfwöchige Ausbildung beendet und bekommen eine Anstellung beim Ovelgönner Ingenieurbüro CCK. Damit wächst die Mitarbeiterzahl des Spezialisten für zerstörungsfreie Werkstoffprüfung auf 57.

„Das WeGebAU-Programm kennt nur Gewinner“, sagt Nicolas Czichos, der mit seinem Vater Alfred die Firma leitet. Er hat gute Erfahrungen mit dem Sonderprogramm der Arbeitsagentur gemacht. Einerseits geht es darum, Langzeitarbeitslose zu vermitteln; mindestens ebenso wichtig ist aber die Qualifikation von Männern und Frauen, die bereits eine Arbeitsstelle haben: „Arbeitslosigkeit zu vermeiden, ist der erfolgreichste Weg, sie zu bekämpfen“, sagt Sven Büsing, Teamleiter des Arbeitgeberservice bei der Arbeitsagentur,

So können Mitarbeiter, deren Ausbildung mindestens vier Jahre zurück liegt, auf Kosten der Arbeitsagentur fortgebildet werden. Das liege im Interesse der Arbeitgeber, sei aber wohl zu wenig bekannt, vermutet Nicolas Czichos. Informationen für Unternehmer gibt es bei dem Arbeitgeberservice unter 01801/664466 oder per E-Mail unter oldenburg.arbeitgeber@arbeitsagentur.de.

Mit dem Programm ist es aber auch gelungen, Langzeitarbeitslose wieder ins Berufsleben zu integrieren. Fünf von den sieben neuen CCK-Mitarbeitern hatten schon Arbeitslosengeld II bezogen.

Die Werkstoffprüfer von CCK prüfen die Sicherheit von Großmotoren und Kraftwerksanlagen, aber auch von Fahrradrahmen. Sie beherrschen mehrere Prüfverfahren und dürfen keine Berührungsängste mit Radioaktivität haben. Gerade deshalb handele es sich um einen sehr verantwortungsvollen Beruf, sagt Czichos, dessen Unternehmen auch einen Standort in Oldenburg und einen im Raum Ludwigsburg hat. Die Mitarbeiter müssen mindestens bundesweit flexibel einsetzbar sein.


Einer, der sich schon auf den Einsatz mit dem CCK-Laborwagen freut, ist Michael Wegner aus Neuenburg, Friesland. Er hatte zuvor keine Berufsausbildung. Die sechs anderen Absolventen kommen aus verschiedenen, zum Teil technikfremden Berufen. Das spielt laut Nicolas Czichos keine Rolle. Wichtig sind aber gute Kenntnisse in Mathematik und Physik.