OVELGöNNE - „Ich kann ja nicht nur zum Bürgermeister gehen und meckern und dann nichts tun“, erklärt Mark Castens (36) sein Engagement: In den vergangenen vier Wochen hat der Oldenbroker in seinem Ortsteil, wie er selbst sagt, „Klinken geputzt“, und Unterschriften gesammelt für schnellere Internetverbindungen.
„Im Februar hieß es auf einer Informationsveranstaltung, dass wir den schnellen Anschluss haben. Aber das stimmt nicht“, berichtet Castens, der am Ende der Nordstraße wohnt. Daraufhin hat er bei der Gemeinde nachgefragt und diese wiederum bei der EWE, die im Zuge des Konjunkturprogramms II das Breitbandnetz ausbaut. Dabei stellte sich heraus, dass nur drei von eigentlich fünf Verteilerstellen der Telekom von der EWE bis Ende 2011 ausgebaut werden. Dadurch bleiben Teile der Nordstraße, des Baugebiets „südlich Winterbahn-Ost“, die Winterbahn, Mittelorter Straße sowie Strückhauser Moor vom schnellen Internetanschluss ausgeschlossen.
„Diese Kabelverzweiger waren nicht in der Ausschreibung enthalten“, erklärt Christine Wehrmeyer von der EWE Geschäftsregion Oldenburg/Varel. Aus den Mitteln des Konjunkturprogramms II könne daher dieser „Lückenschluss“ auch nicht erfolgen.
Allerdings zeigt sich EWE bereit, bei entsprechender Nachfrage den Ausbau 2012 nachzuholen. Um das Interesse dafür zu erkunden, hat sich Castens also auf sein Fahrrad geschwungen und ist die Nachbarschaft abgefahren. Über 150 Unterschriften hat er am Freitag im Rathaus abgegeben von Interessenten, die einen schnelleren Internetanschluss wünschen.
Nun prüft EWE die Wirtschaftlichkeit. In etwa acht Wochen, rechnet Wehrmeyer, wird sie der Gemeinde ihre Kostenaufstellung übergeben. Wenn sich danach genügend Bürger in Form von unterschrieben Verträgen für den Ausbau entscheiden, dann könnte Oldenbrok vielleicht schon im Sommer 2012 auch endlich richtig Gas geben auf der Datenautobahn.
Weitere Informationen zum Internetausbau gibt Hergen Müller von der Verwaltung unter Telefon 04480/8246.
