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Handwerksmuseum Alter und Ausstrahlung erhalten

OVELGöNNE - Jahrelang hat er ein tristes Dasein in einer dunklen Ecke unter der Treppe gefristet, nun wird er glanzvoller Mittelpunkt einer weiteren Dauerausstellung im Handwerksmuseum Ovelgönne: Ein um 1600 gebauter Webstuhl, der nun mit Hilfe der Webermeisterin Martina Ressel (46) aus der Gemeinde Jade zu neuem Leben erweckt wird.

„Wie Handwerk gestaltet“, ist das Motto dieser weiteren Dauerausstellung im Obergeschoss überschrieben, erklärt Museumsleiterin Susanne Schlechter (50), die damit das Konzept ihrer Vorgängerin umsetzt. Anhand ausgewählter Exponate wird dokumentiert, wie durch handwerkliche Arbeit neue Formen entstehen, die wiederum Eingang in den Alltag gefunden haben.

Martina Ressel wird an dem Webstuhl ein rot-weiß gemustertes Tuch weben, um damit die Funktionsfähigkeit des alten Arbeitsgerätes unter Beweis zu stellen. Möglicherweise wird sie später zu besonderen Anlässen auch zum Schauweben einladen

Der aus massivem Eichenholz gearbeitete Webstuhl, von dem nicht bekannt ist, wie er in den Besitz des Museums gelangt ist, war bereits im Jahr 2002 restauriert worden, geriet danach aber wieder in Vergessenheit. „Damals war er ganz zerfressen vom Holzwurm und an vielen Stellen schon morsch“, berichtet Schlechter. Glücklicherweise stand genügend Geld zur Verfügung, um den Bremer Restaurator Marco Düker mit der Aufarbeitung beauftragen zu können.

„Dabei geht es nicht um Modernisierung, sondern darum, das Alter und die Ausstrahlung zu bewahren“, erklärt der heute 42-Jährige, dessen Können sogar in London gefragt ist.


Die Schädlinge trieb er aus dem Holz, indem der Webstuhl einige Zeit in einer Kühlkammer gelagert wurde. „Bei niedrigen Temperaturen sterben sie ab“, sagt Düker. Danach hat er fachmännisch das alte Holz verleimt, und wenn nötig, gelegentlich neueres Holz zur Befestigung eingefügt – für den Laien nicht erkennbar. Etwa sechs Wochen hat er für die Aufarbeitung des Webstuhls benötigt. „Das war eine spannende Aufgabe“, sagt der 42-Jährige rückblickend – und freut sich, dass seine damalige Arbeit ab sofort bewundert werden kann.

NWZ

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