Ovelgönne/Jade - Die umfangreiche Straßensanierung in den Gemeinden Ovelgönne und Jade ist in vollem Gange. Auf einer Länge von 6400 Metern bekommen die Barghorner Straße (K 319) und die Mentzhauser Straße (K 202) einen neuen Belag. Betroffen ist der Abschnitt von der Abzweigung Oberströmische Seite bis zur Abzweigung „An der Dornebbe.“

Nach den groben Fräsarbeiten sowie dem Aufbruch des Fahrbahnkerns, wird jetzt der Asphalt aufgetragen. Dazu rollen Lkw mit ihren Ladungen im Minuten-Takt an. Uwe Warns von der Straßenmeisterei Brake: „Wir haben uns bei den Moorstraßen auf eine einfache Bauweise entschieden, weil der Untergrund in ständiger Bewegung ist.“

So ist das im Vorjahr auch nebenan auf der K 210, der Oldenbroker Straße, praktiziert worden. Es wurde aber ein Unterschied festgestellt: „Der alte Untergrund war da stabiler. Das findet man hier nicht so vor“, sagt Warns.

Vereinzelte Einbrüche in der alten Unterschicht wurden ausgeglichen. Aufgebracht wird nun eine Asphaltschicht von 10 bis 12 Zentimeter. Insgesamt rund 8000 Tonnen werden verbaut. Die bauausführende Firma setzt einen Straßenfertiger und Beschicker ein, der die ganze Fahrbahnbreite von im Mittel 5,50 Meter einnimmt.

Der Beschicker läuft sensorgesteuert mit dem Straßenfertiger mit und kann problemlos vom Lkw befüllt werden, während das Material ohne Unterbrechung über ein Förderband dem Straßenfertiger übergeben wird. Dadurch werden geringfügige Unebenheiten im Belag vermieden. Gleichzeitig bleibt die Mischung homogener.


Über Sensoren wird der alte Belag abgetastet und dem vorderen Sensor für ein gleichmäßiges, plangenaues Auftragen übermittelt. An beiden Seiten des Straßenfertigers befinden sich die Steuerungsdisplays. „Damit können wir bei Abweichungen gegensteuern“, erklärt Mario Buekhofff von der bauausführenden Firma Koch.

Durch die hochsommerlichen Temperaturen dauert es länger, bis der Asphaltkern ausgehärtet ist. Dadurch verlängert sich auch die Zeit für die betroffenen Anwohner, bis sie die Ein- und Ausfahrten zu ihren Höfen wieder nutzen können. In diesem Zusammenhang lobt Uwe Warns das Verhalten der Anlieger: „Hier ist ein großes Verständnis vorhanden, das über solch einen langen Zeitraum die Mobilität eingeschränkt ist.“ Nur unter erschwerten Bedingungen kann hier zurzeit mit dem Auto gefahren werden.

Nach Abschluss der Asphaltierungsarbeiten wird die Randstabilisierung und das Angleichen der Zuwegung zu den Höfen in Angriff genommen. Zum Schluss wird die letzte Schicht, die sogenannten doppelte Oberflächenbehandlung, aufgetragen. Das ist eine Bitumenemulsion, bestehend aus Splitt in zwei verschiedenen Körnerstärken. Dieses Split-Gemisch wird nach der Freigabe der Strecke durch die Fahrzeuge, die auf der Straße fahren, festgefahren. Einige Wochen danach wird die Fahrbahn vom überschüssigen Split gereinigt. Danach kann die endgültige Leitmarkierung an den beiden Seiten der Fahrbahn aufgebracht werden.

Zu den Restarbeiten gehört die Ausbesserung der gröbsten Schadstellen von „Zschoppe“ bis zur Abzweigung Neustädter Straße. An dem ehrgeizigen Termin hält Uwe Warns von der Straßenmeisterei fest: „Die Straße soll am 5. Juli wieder freigegeben werden.“

Wie gut die Fahrbahn in den nächsten Jahren bleibt, muss abgewartet werden. Das ist im Moor bekanntlich stark abhängig von den Naturgewalten: Hitzeperioden etwa sorgen für Bewegungen im Untergrund und Versackungen im Straßenkörper.