OVELGöNNE - OVELGÖNNE - Die Explosion eines Munitionszuges am Ovelgönner Bahnhof vor 60 Jahren hat Spuren bis in die Gegenwart hinterlassen. Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes und der Fachfirma „Bitek“ aus Syke haben bis gestern Nachmittag in einem Graben am Ortseingang erneut Flak-Munition geborgen.

Die Gemeinde Ovelgönne will die Brücke, die zur Viehrampe führt, erneuern lassen (die NWZ berichtete). Die Auftragsvergabe für diese Arbeit soll laut Bauamtsleiter Holger Meyer am Donnerstag in der Fachausschuss-Sitzung erfolgen. Da für die Brückensanierung neue Stützpfeiler in den Boden gerammt werden müssen, hat die Verwaltung routinemäßig den Kampfmittelbeseitigungsdienst um eine Untersuchung gebeten.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst wiederum arbeitet mit anerkannten Fachfirmen zusammen. Die Experten der Firma „Bitek“ waren am Freitag und gestern bis in die Nachmittagsstunden hinein tätig. Der Einsatztaucher Olaf Baumann kontrollierte insgesamt sechs Stellen rund um die alte Brücke, an denen die neuen Pfähle in das Erdreich gerammt werden sollen. Mehrfach meldete sich das akustische Signal der Untersuchungssonde – und Baumann wurde fündig. Mehrere kleinere (Flak-)Geschosse förderte er zu Tage.

Der Fund hält sich zwar nach Einschätzung der Fachleute eher in Grenzen, dennoch dürfe die Gefährlichkeit nicht unterschätzt werden. „Mit diesen kleinen Dingern passieren die meisten Unfälle“, weiß Tomas Hauschild vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. Denn da sie oft nicht als (gefährliche) Munition erkannt würden, gingen Finder leichtsinnig damit um. Da der Sprengstoff keine Verbindung mit Wasser eingehe, so Hauschild weiter, hätte die Munition bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren.

Entsprechend warnen die Kampfmittelbeseitigungs-Experten, sich keine Munition anzueignen. Bei unklaren Funden sollte vorsorglich die Polizei verständigt werden.