OVELGöNNE - Der Schweiß tropft den drei Männern von der Stirn, während sie den schweren Eisenbalken auf den Anhänger wuchten. Wenige Meter entfernt ist Rudolf Borgmann unermüdlich dabei, mit seinem Bohrer den letzten Trägerbalken vom Beton zu befreien. Die Mitglieder des Sportschützenvereins sind an diesem Vormittag wieder im Einsatz für ihre neue Schießanlage. Noch müssen Reste der alten beseitigt werden. Bis zur Inbetriebnahme der neuen, doppelt so großen Anlage werden noch mehrere Wochen vergehen – und viele Arbeitseinsätze der zwölf freiwilligen Helfer anstehen.

„Beim Vogelschießen Anfang August wollen wir Richtfest feiern“, gibt Vereinsvorsitzender Reinhard Krause den ehrgeizigen Zeitplan vor. „Und im Winter sollen die Wettkämpfe hier wieder stattfinden“.

1978 wurde die 12 mal 10 Meter große Schießanlage mit acht Schießständen errichtet. Nun war das Gebäude in die Jahre gekommen: Die Anlage war nicht isoliert, das Dach enthielt asbesthaltige Platten, die Wände zogen Feuchtigkeit. Zudem waren die Platzverhältnisse beengt.

Doch die ursprünglich angedachte Teilsanierung erwies sich schnell als nicht ausreichend, berichtet Krause. Der Architekt, zugleich Schießstandsachverständiger, riet daher zum größeren Neubau – damit auch alle neuen waffenrechtlichen Vorgaben erfüllt werden können. So wird die neue Schießanlage rund 24 mal 10 Meter groß, die acht Schießstände bleiben erhalten. Neu geschaffen wird ein separater Waffenraum, in dem in gesonderten Schränken die Waffen des Vereins untergebracht werden. Außerdem wird ein Schießleiterbüro gebaut, um die Technik für die Auswertung zeitgemäß unterbringen zu können. Investiert wird, mit viel Eigenleistung, ein fünfstelliger Betrag.

Die Asbestplatten sind ordnungsgemäß entsorgt, ebenso der restliche Bauschutt. Nun wird eine Fachfirma die Gebäudereste aus dem Boden entfernen, danach wird ausgeschachtet und die Bodenplatte aus Beton gegossen.


Die erwachsenen Schützen des rund 85 Mitglieder starken Vereins können mittwochs auf dem Schießstand des Braker Schützenvereins trainieren – die rund 20 Jugendlichen haben dort ebenfalls „Unterschlupf“ gefunden. Mit Hilfe der Eltern werden sie donnerstags zum Training nach Brake gebracht. „Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar“, betont Krause.

Torsten Wewer
Torsten Wewer Kanalmanagement