OVERLAHE - Die ersten Bewohner haben die Herausforderung gemeistert. Inzwischen lebt die vierte Generation hier.

Von Wilfried Leser

OVERLAHE - Eine bunt geschmückte Overlaher Straße, ein mit Blumen geschmücktes Festzelt und ein buntes Programm warteten auf die vielen Besucher des Festaktes zum 50-jährigen Bestehen der Siedlung Overlahe. Hierzu konnte Hermann Seppel, Sprecher der Siedlungsgemeinschaft, auch viele Ehrengäste – unter ihnen MdB Franz-Josef Holzenkamp, MdL Karl-Heinz Bley, den Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke – begrüßen.

„In der ersten Generation haben hier vorwiegend Heimatvertriebene Wurzeln geschlagen“, so Seppel. Sie haben viel durchgemacht. „Sie haben die Herausforderung angenommen und gemeistert – vom Riesengebirge ins Moor“. Dabei seien sie von ihrem starken Glauben und Gottvertrauen getragen worden. „Heute ist in Overlahe bereits die dritte Generation am Ruder und auch die vierte Generation schwört auf Overlahe.“ Blumensträuße gab es für die noch lebenden ältesten Siedler Hildegard Seppel (sie ist mit 94 Jahren auch die älteste Einwohnerin), Herta Jauernig, Elisabeth Bocklage, Hanna Kunert und Inge Klasmann. Seppel dankte allen Helfern, die sich für die Jubiläumsfeier engagiert haben.

Sein Bruder Alfred Seppel stellte die rechtzeitig zum Jubiläum fertig gestellte Chronik vor. Sie enthält u.a. die Gründungsgeschichte, Berichte von Vertriebenen, eine ausführliche Familienchronik und viele Abbildungen von Aktivitäten der letzten 50 Jahre. Sie ist bei Hermann Seppel und bei Schreibwaren Kuhlmann erhältlich.

Die Glückwünsche der Gemeinde überbrachte Bürgermeister Gerd Höffmann; der bereits vor 25 Jahren beim Jubiläum als Bürgermeister dabei war „Hier ist eine ganz neue Form der Landwirtschaft entstanden“, so Höffmann. Er lobte den guten Zusammenhalt in der Siedlungsgemeinschaft. Er überreichte ein Geldpräsent.


„Wir bewundern den Mut der Menschen, die hier im Moor eine Perspektive zur Sicherung des Lebensunterhalts für ihre Familien gesehen haben“, betonte Landrat Hans Eveslage. Ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg sei das Gemeinschaftsgefühl der Overlaher gewesen. Auch ein Jubiläumsgeschenk hatte er für die Overlaher mitgebracht – den Ausbau der Overlaher Straße. „Der Landkreis erwartet einen Zuschuss aus Landesmitteln.“ Gleich nach der Bewilligung – voraussichtlich in zwei Jahren – werde dann mit dem Ausbau begonnen. „Man muss den Hut davor ziehen, was sie in 50 Jahren hier gemacht haben“, so MdB Franz-Josef Holzenkamp. „Lassen sie nicht nach, so dass hier weiter viele Mensche leben wollen.“

„Sie zeichnet ihre positive Einstellung aus – damals und heute“, hob Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in seiner Rede hervor.

„Jubilare kommt aus dem Lateinischen und heißt sanftes Randalieren“, so Ripke. So forderte er alle auf, zum Jubiläum viel Bier zu trinken. „Die Biersteuer – eine Landessteuer – können wir gut gebrauchen dafür.“

Für Unterhaltung zwischendurch sorgte die Volkstanzgruppe der DJK Bösel und Abordnungen des Gemischten Chors Bösel. Am Abend war dann Tanz im Festzelt angesagt. Am Sonntagmorgen feierte Pfarrer Norbert Bleker die Festmesse. Zum Frühschoppen spielte die Big Band Bösel auf.