Uplengen - Die bei einem Chemieunfall in Uplengen (Kreis Leer) verletzten Mitarbeiter des Paketdienstleisters DPD haben am Montag das Krankenhaus verlassen, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. Zehn Betroffene hatten am Sonnabend über Atembeschwerden geklagt, nachdem der gefährliche Stoff Natriumselenit im Warenverteilzentrum aus einem Paket ausgetreten war.
Bei 170 Menschen, die im Verdacht standen, durch Pakete mit dem gefährlichen Stoff in Kontakt gekommen zu sein, sind laut Polizei keine gesundheitlichen Schäden ermittelt worden. Weil am Sonnabend Pakete nach Friesoythe, Westerstede und Wardenburg ausgeliefert worden waren, hatte die Polizei Betroffene aufgerufen, sich in einem Sammellager in Uplengen untersuchen zu lassen.
Rund 30 Pakete, die von dem Gefahrgut kontaminiert sein könnten, seien von einem speziellen Fahrdienst abgeholt, luftdicht verpackt und in einem Container gelagert worden, sagte Uplengens Bürgermeister Enno Ennen.
Derweil wird geprüft, wieso das Paket mit dem Gefahrgut keine Kennzeichnung hatte. „Gerade bei solch einem giftigen Stoff handelt es sich um ein verantwortungsloses Versäumnis des Versenders“, sagte der DPD-Sprecher. Der Zusteller prüfe deshalb rechtliche Schritte gegen den Versender des Pakets.
