Berlin/München/Paris - Deutschlands Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) will mit dem französischen Rüstungskonzern Nexter Systems zusammengehen. Dazu wurde eine Grundsatzvereinbarung unterschrieben.

Die Bundesregierung will die geplante Fusion prüfen. Wenn der endgültige Fusionsvertrag unterschrieben worden sei, müsse dieser der Regierung nach den Regeln des Außenwirtschaftsgesetzes gemeldet werden, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Berlin.

Durch den Zusammenschluss beider Unternehmen unter dem Dach einer gemeinsamen Holding entstünde ein deutsch-französischer Wehrtechnikkonzern mit knapp zwei Milliarden Euro Jahresumsatz und mehr als 6000 Mitarbeitern (davon 3200 bei KMW). Der Panzer- und Munitionsproduzent Nexter gehört bisher komplett dem Staat.

Der KMW-Partner Rheinmetall reagierte zurückhaltend auf die Ankündigung der beiden Konkurrenten. Man werde prüfen, welche Auswirkungen solch ein Geschäft auf die gemeinsamen Projekte mit KMW haben würde, sagte ein Sprecher in Düsseldorf.

Rheinmetall und KMW fertigen viele Produkte in verschiedenen Konstellationen gemeinsam, etwa den Kampfpanzer Leopard oder den Schützenpanzer Boxer.


Ziel der Fusion ist es aus französischer Sicht, die Stärken beider Unternehmen in einer Allianz auszubauen. So will Nexter das Netz von KMW nutzen, um Technologien wie Geschütztürme und Munition besser zu vermarkten. KMW könne im Gegenzug von Nexters Technologieprogramm profitieren und neue Produkte entwickeln, hieß es in Paris.

Die europäischen Waffenschmieden bekommen die Sparpolitik der Regierungen in Europa deutlich zu spüren.