PAPENBURG - PAPENBURG - Die Meyer Werft in Papenburg (Emsland) hat einen weiteren Großauftrag an Land gezogen – den zweiten innerhalb von zwei Tagen. Wie Werft-Sprecher Peter Hackmann gestern mitteilte, hat die deutsche Reederei Aida Cruises aus Rostock ein drittes Kreuzfahrtschiff für 315 Millionen Euro bestellt. Erst am Tag zuvor hatte die Werft berichtet, dass sie von einer amerikanischen Reederei den größten Auftrag der Firmengeschichte bekommen habe.

Aida Cruises sieht für den deutschen Kreuzfahrt-Markt in den Jahren bis 2010 kräftige Zuwachsraten auf dann eine Million Seereisende. 2004 waren es 583 000. Aida hatte bereits 2004 zwei Clubschiffe für 630 Millionen Euro in Auftrag gegeben. Die drei Schiffe sollen bis 2008 übergeben werden (siehe Info-Kasten rechts). Sie werden zur so genannten Sphinx-Klasse gehören, 249 Meter lang sein und Platz für etwa 2030 Passagiere bieten.

Noch eine Nummer größer ist der Vortages-Auftrag der US-Reederei Celebrity Cruises für ein Kreuzfahrtschiff, dass sogar 2850 Passagiere unterbringen kann. Allerdings besteht dafür bisher erst ein Vorvertrag, erläuterte Hackmann. Der Vorvertrag beinhalte auch die Option für den Bau eines weiteren Schiffs.

Die beiden jüngsten Aufträge bedeuten für die Meyer Werft, dass sie bis Anfang 2009 ausgelastet ist. Denn bis dahin muss sie außerdem noch drei Kreuzfahrtschiffe für die Norwegian Cruise Line (das vierte, die Norwegian Juwel, steht – wie berichtet – kurz vor der Übergabe), die beiden anderen Aida-Clubschiffe und zwei Gastanker ausliefern.

Neueinstellungen soll es trotz der Auftragsflut nicht geben. Aber die Aufträge bedeuteten eine Sicherung der 2100 Arbeitsplätze, so der Werft-Sprecher. „Ohne diese beiden Aufträge hätten wir 2006 und 2007 Probleme gesehen.“ Die Reederei stünde unter einem enormen Preisdruck, und das bei steigenden Kosten für Rohstoffe, insbesondere für Stahl.


Von den Aufträgen werden auch die zahlreichen Zulieferer profitieren: Immerhin 3000 bis 4000 Beschäftige sind laut Hackmann bei Zulieferern im Nordwesten beschäftigt.

Ob weitere Aufträge hinzukommen, ist nach Angaben des Sprechers noch nicht konkret absehbar. Gespräche würden stattfinden – „es ist nicht so, dass wir uns zurücklehnen“ –, aber zusätzliche Schiffe könnte die Werft auch erst ab dem zweiten Quartal 2009 abarbeiten: Bis dahin hat sie keine Kapazitäten mehr frei.