PAPENBURG - PAPENBURG/DPA - Gert Kröger hat bisher alle von der Papenburger Meyer Werft gebauten Kreuzfahrtschiffe fotografiert. Vom Ufer des Hafenbeckens aus schaut der 44-Jährige am Sonntag gespannt zu, als der neue Luxuskreuzer „Aida-Diva“ erstmals das Baudock verlässt. „Es ist das schönste Schiff, das die Meyer Werft je gebaut hat“, schwärmt Kröger. Der für die Rostocker Reederei Aida Cruises konstruierte 252 Meter lange und 32 Meter breite Koloss ist das 21. Kreuzfahrtschiff, das auf der Meyer Werft entstanden ist. „Unsere Auftragsbücher bis zum Jahr 2010 sind voll“, stellt Werftsprecher Peter Hackmann zufrieden fest.

Acht Kreuzfahrtschiffe, acht Gastanker und eine Fähre für den Inselstaat Indonesien sollen bis dahin fertig gestellt sein. „Der Auftragsbestand liegt bei 3,6 Milliarden Euro“, sagt Hackmann. Davon entfallen rund 1,3 Milliarden Euro auf die vier neuen Luxuskreuzer der Aida-Flotte.

Für das kommende Jahrzehnt hat die Meyer Werft mit ihren derzeit 2300 Mitarbeitern weitere Großaufträge in Aussicht. Das Papenburger Unternehmen soll für den amerikanischen Unterhaltungskonzern Walt Disney zwei Schiffe für Familienkreuzfahrten bauen. Als Auslieferungstermin sind die Jahre 2011 und 2012 geplant, das Auftragsvolumen liegt bei mehr als einer Milliarde Euro.

Für Geschäftsführer Bernard Meyer ist der bevorstehende Disney-Deal ein Meilenstein für die Meyer Werft. „Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt“, sagt der 58-Jährige. „Wir wollen weiter durch Innovation, neues Design und neue Entwicklungen überzeugen.“ Im Kreuzfahrtschiffbau liegt das Papenburger Unternehmen nach eigenen Angaben weltweit auf Platz drei – mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent im vergangenen Jahr.

Der Aufstieg in die Weltspitze begann für die Meyer Werft Mitte der achtziger Jahre mit der Konstruktion des ersten Luxusliners „Homeric“. „Wir haben damals die große Chance gesehen, in einen neuen Markt einzusteigen“, erinnert sich Meyer. Fortan baute das in sechster Generation geführte Familienunternehmen Luxuskreuzer.


„Zunächst jedes zweite Jahr ein Schiff, dann jedes Jahr eins – und jetzt zwei Schiffe pro Jahr“, sagt Meyer.

Für die Region ist die Meyer Werft Jobmotor und Tourismusmagnet. Allein 800 Zulieferfirmen haben am Bau der „Aida-Diva“ mitgewirkt. Und rund 300 000 Gäste zählte die Werft im Jahr 2006. Derzeit wird das Besucherzentrum für zwei Millionen Euro modernisiert.

Am 10. März soll die „Aida-Diva“ nach Emden geschifft werden. In den nächsten Tagen erhält das Schiff am Ausrüstungskai der Werft den letzten Schliff. Meyer stellt fest: „Wir liegen voll im Zeitplan – trotzdem werden wir noch einmal ordentlich in die Hände spucken.“