Der Wolf passt weder in den Landkreis Wesermarsch noch in irgendeine andere Region Deutschlands.
Wir alle wollen Kühe, Rinder und Schafe auf den Weiden und Deichen sehen. Der Schaden, den ein Wolf in einer Herde Tiere verursachen kann, ist nicht durch eine finanzielle Entschädigung auszugleichen. Viel größer ist der immaterielle Schaden. Die Herde wird auf ewig traumatisiert und verängstigt sein. Jahrelanger Vertrauensaufbau zwischen Landwirt und Tieren wird schon durch ein einmaliges Auftauchen eines Wolfes in der Herde zunichte gemacht. Wer einmal erlebt hat, wie eine Herde Rinder durch äußere Einflüsse wie zum Beispiel freilaufende Hunde, aufsteigende Heißluftballons oder auch nur ein paar Schwäne im Landeanflug in Panik versetzt wurde, wird sich leicht vorstellen können, was passiert, wenn ein Raubtier auf der Weide erscheint. In Todesangst werden die Tiere versuchen, dem Wolf zu entkommen. Hierbei könnten auch Menschen erheblich zu Schaden kommen, wenn flüchtende Rinder plötzlich auf Bundesstraßen, Autobahnen oder Bahngleisen auftauchen. Hat mal jemand über diese Konsequenzen nachgedacht? Oder wollen wir in Wirklichkeit gar keine Weidehaltung von Nutztieren mehr? Sollen Rinder ganzjährig in Ställen gehalten werden?
Müssen wirklich erst Menschen zu Schaden kommen, bevor ein Sinneswandel eintritt?
Wir betreiben Mutterkuhhaltung in absoluter Einzelhoflage. Unsere Tiere sind ganztägig von April bis November auf den Weiden. Zahlreiche Kälber werden im Frühjahr draußen geboren. Direkt nebenan verläuft der Landesschutzdeich mit Schafen und den dazugehörigen Lämmern. Ein Zyniker würde sagen, dass es für den Wolf paradiesische Zustände sind. Kein Geld dieser Welt könnte das entschädigen, was sein Erscheinen hier verursachen würde.
