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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Mobilität: Elefanten-Ehe in Autobranche besiegelt

19.12.2019

Paris /Rom Die Opel-Mutter PSA und Fiat Chrysler wollen mit einer Mega-Fusion der Krise in der Autoindustrie trotzen. Als künftig viertgrößter Hersteller der Welt mit Hunderttausenden Mitarbeitern werde der neue Konzern zu einem „Hauptakteur“ der Branche aufsteigen, wie die Unternehmen am Mittwoch in Paris und Turin mitteilten.

Die Konzerne hatten sich bereits Ende Oktober auf offizielle Fusionsgespräche verständigt und damit Wirbel in der schwächelnden Branche ausgelöst. Nun unterschrieben sie eine Fusionsvereinbarung. Wettbewerbsbehörden müssen noch grünes Licht geben. Auch die Aktionäre müssen noch zustimmen. Die Fusion soll laut Mitteilung in den nächsten zwölf bis 15 Monaten umgesetzt werden.

Die Branche steht unter Zugzwang. Der Schulterschluss der Massen-Hersteller ist deshalb kein Zufall. Autobauer müssen Milliarden in autonome Autos und Elektromobilität investieren.

Fiat Chrysler hat zudem besondere Probleme. Der italienisch-amerikanische Hersteller hatte unter der Führung des gestorbenen Sergio Marchionne auf große Investitionen in Elektroantriebe verzichtet. Derzeit ist der Konzern vor allem mit den großen Spritschluckern der Marken Jeep und Ram in den USA erfolgreich.

PSA-Konzernchef Carlos Tavares, der als knallharter Sanierer gilt, betonte, die Fusion sei „eine hervorragende Gelegenheit, eine stärkere Position in der Automobilindustrie“ einzunehmen. Es gehe darum, den Übergang zu einer „sauberen, sicheren und nachhaltigen Mobilität“ zu meistern. Der neue Verbund sieht sich in der Lage, in neue Techniken zu investieren.

FCA-Verwaltungsratschef John Elkann nannte die Fusion in einem Brief an die Mitarbeiter „einen Meilenstein“. Es werde ein „neues und noch ehrgeizigeres Kapitel“ in der Geschichte der Autoindustrie geschrieben.

Der neue Konzern werde zusammen rund 8,7 Millionen Fahrzeuge absetzen. Nur noch Volkswagen, Toyota und der französisch-japanische Renault-Nissan-Verbund sind größer als der neue Auto-Gigant. Der geplante Verbund kommt auf einen Jahresumsatz von knapp 170 Milliarden Euro. Beschäftigt werden rund 400 000 Menschen.

PSA führt neben Opel die Marken Peugeot, DS und Ci­troën. Fiat Chrysler hat die Marken Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Jeep, Lancia oder Maserati im Angebot.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer erwartet negative Auswirkungen für Opel und die britsche Schwestermarke Vauxhall. „Das wird die Marke noch mehr unter Druck setzen, denn Alfa und Jeep sind nun die Premiumsparten der Gruppe und nicht mehr Opel. Es wird ein hartes Restrukturierungsprogramm geben, vor allem in Europa“, sagte er. Stellenstreichungen in großem Stil seien zu erwarten. „Meiner Meinung nach sind 10 000 Mitarbeiter zu viel an Bord (...). Die neue Gruppe braucht keine Entwicklungszentren in Rüsselsheim, Paris, Italien und in den USA. Die größten Verlierer werden Ingenieure bei Fiat, Peugeot und Opel sein.“

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