Hohenkirchen - Sie sind gleichermaßen modern und traditionsbewusst, gelten als anpackend, bienenfleißig wie ihr Symboltier und patent: Die 145 Frauen des Landfrauenvereins Hohenkirchen feiern in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen.
„Wir sind mit 500 00 Frauen in ganz Deutschland zu den bundesweit größten Verbänden“, sagt Landfrauen-Vorsitzende Iddem Müller mit Stolz.
Damit hatte 1952, als sich der Landfrauenverein Hohenkirchen gründete, keine Frau gerechnet: „Damals ging es darum, sich nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren gegenseitig durch Wissen und Können zu unterstützen und weiterzubilden“, erinnert Iddem Müller an die Anfänge. „Schlachtvorführungen“, Vorträge übers Einfrieren und die Einrichtung von Gemeinschaftsgefrieranlagen standen im Mittelpunkt.
Die Gründungsmitglieder Edelgard Lowien, Mariechen Müller und Hanna Heeren können sich noch an die Anfänge erinnern, auch Lisa Dirks ist von Anfang an dabei.
Mit den Jahren veränderten sich die Anforderungen und Themen: Die Landfrauen machten sich stark für die Ausbildung junger Mädchen in der ländlichen Hauswirtschaft, unterstützten die Gründung des Kinderspielkreises und des Progymnasiums. Landfrauen gründeten das Dorfhelferinnenwerk zur Unterstützung bäuerlicher Familien, waren als Gemeindeschwestern aktiv und unterrichteten als Hauswirtschaftsmeisterinnen an der Berufsschule Jever.
Die Inhalte veränderten sich im Lauf der Jahre, die Themen blieben allerdings: Ernährung, Familie, Gesundheit, Garten und Kultur stehen seit 60 Jahren bei den Landfrauen Hohenkirchen im Mittelpunkt. Zudem wurden neue Erwerbszweige erschlossen: Es gibt Gästeführerinnen, Hofläden, Hofcafés und Melkhüske, IT-LandFrauen und Agrar-Büromanagerinnen.
„Wenn mich jemand fragt, warum ich im Landfrauenverein bin, antworte ich: 1. ich bin ja eine Frau vom Land und stolz drauf; 2. weil es keinen anderen Verein gibt, der so vielfältig in seinem Themen- und Veranstaltungsangebot ist und 3. es nur bei den Landfrauen ein generationenübergreifendes Vereinsleben gibt, das funktioniert“, sagt Iddem Müller.
Zur Feier des Jubiläums waren die Hohenkirchener Landfrauen im Sommer sieben Tage durch England gereist, hatten sich Land und Leute angesehen und das typisch englische Wetter und das typische Essen genossen.
Auch im Winterhalbjahr haben die Hohenkirchener Landfrauen noch eine Menge vor (siehe Infokasten).
