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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Managerin: Personalchefin mit Gespür

19.04.2014

Bremen /Brake Das Büro von Ines Krummacker am Bremer Flughafen bietet freien Blick auf den Flugbetrieb: Jets starten und landen in der Frühlingssonne. Gegenüber, an der Wand, fällt der Blick auf ein Lastwagen-Modell mit dem Logo der alten Eis-Marke „Botterbloom“. Darüber historische Fotos von einem freundlichen Herrn, der Milch an Kunden ausliefert – „mein Vater“, sagt Ines Krummacker stolz. Mit Milchprodukten ist sie einst in Brake groß geworden. Und heute ist die 44-Jährige die Personalchefin beim Milchriesen DMK (Deutsches Milchkontor) – und nach mehreren Fusionen zuständig für 7200 Mitarbeiter an 28 Standorten bundesweit.

Vom Azubi in die Geschäftsleitung – das gibt es also tatsächlich. „Ein echtes Eigengewächs“ sei sie, sagt Ines Krummacker auch selbst.

Es hätte aber auch ganz anders kommen können. Als Jugendliche, vor dem erweiterten Realschulabschluss in Brake, wollte sie zeitweilig etwas ganz anderes werden: Optikerin. 1986 aber begann sie auf Zuraten aus dem Umfeld eine Ausbildung zur Bürokauffrau – bei der Molkerei „Botterbloom“ im nahen Strückhausen. „Mit dieser Firma war ich quasi schon aufgewachsen“, erinnert sie sich.

Nach der Ausbildung kam sie ins Rechnungswesen. Das stellt man sich nicht unbedingt als Traum von Teenagern vor. Ines Krummacker aber sagt: „Ich fand: Dies ist der tollste Job.“ Und das sei auch auf den weiteren Stufen ihres Weges so gewesen. Sie hat gern gearbeitet. „Und ich hatte „Spaß am Lernen.“

Und so machte die junge Frau neben der Arbeit über die IHK ihre „Bilanzbuchhalterin“. „Von Beginn an hatte ich Vorgesetzte, die mich forderten und förderten. Das hat mich vorangebracht“, gibt sie ein Erfolgsrezept weiter.

Zur „Eintrittskarte ins Personalwesen“, das sie heute führt, wurde dann 1994 der Veränderungsschwung einer Fusion: Botterbloom ging in der MZO (Oldenburg) auf. Ines Krummacker (bald auch „Fachkraft Lohn und Gehalt“) legte von der Pike auf los, mit Stundenzetteln – und viel Kontakt zu Mitarbeitern.

Ihr Aufstieg begann mit dem Angebot, Assistentin der Personalleiterin zu werden. „13. Januar 1997, das bleibt ein einprägsames Datum für mich“, sagt die 44-Jährige. Bald bekam sie mit neuen Themen zu tun: Mitarbeiterrekrutierung, Recht oder Personalentwicklung. Die MZO hatte über 2000 Beschäftigte.

Ines Krummacker kniete sich tiefer rein und machte nebenbei einen weiteren Abschluss: „Personalfachkauffrau“. Im kleinen MZO-Personalteam bekam sie bald größere Aufgaben: Man schickte die Nachwuchskraft in diverse Werke. Und dann die erste Führungsposition: Teamleiterin bei der Betreuung von Standorten. Das bedeutete: Mitarbeiterrekrutierung, Gespräche mit Werkleitern und Betriebsräten. Dabei, sagt Krummacker, habe sie „viele Standorte und Menschen kennengelernt“. Das komme ihr heute, an der Spitze, zugute.

2000 dann die nächste große Fusion: MZO verschmolz mit Nordmilch und anderen. Die Aufgabe war klar: Zusammenführung, Synergien heben. Krummacker bekam, zunächst noch ohne direkte Beteiligung, auch Umstrukturierung, Werksschließungen, Personalabbau mit, übernahm selbst Integrationsprojekte bei der neuen, überregionalen Nordmilch. Der Personaldirektor war erneut „Forderer und Förderer“. Die Arbeitsprozesse – das sei das eine gewesen. Wichtig seien die menschlichen Aspekte.

Oft hatte sie mit Menschen zu tun, die sie von ihrem Weg her kannte, etwa aus Strückhausen. „Nachhaltig“ bewege sie die Frage, „wie man eine Unternehmensentscheidung, an der nicht zu rütteln ist, wirklich sozialverträglich umsetzt.“ Das sei nie Routine geworden. „Ich möchte den Menschen weiterhin in die Augen sehen können“, sagt die Personalchefin. Das nimmt man ihr ab.

Ihre große Chance kam im Gefolge einer weiteren Fusion: Aus Nordmilch und Humana wurde 2011 das Deutsche Milchkontor (DMK). 2012 schied der Personalchef aus. Jetzt wurde Ines Krummacker, die zuletzt einen von vier Teilbereichen im Personalressort geleitet hatte, die Personaldirektorin.

Nun leitet sie in im Milchriesen DMK von Bremen aus die zentrale Personalabteilung mit rund 50 Mitarbeitern – für über 7000 Beschäftigte. Und sie ist Mitglied im Management-Team bei DMK.

Ihre vielen Erfahrungen an der Basis, in den Werken – das komme ihr nun zugute, sagt Ines Krummacker. Wichtig sei „Gespür für die Menschen“.

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Allerdings prägen heute nicht mehr die vielen kleinen Tagesthemen ihren Arbeitsalltag – sondern strategische Fragen, wie Firmenkultur und Personalentwicklung. Da komme auch Psychologie ins Spiel. „Daran habe ich Spaß“, verrät die Personalchefin, die sich zur Mediatorin ausbilden ließ. „Starrsinn bringt selten gute Lösungen“, sagt sie.

Um mal abzuschalten, dazu pflegt die ledige Managerin Bekanntschaften und Familie. Auch in Brake ist sie regelmäßig. Das sei ihr wichtig. Oder sie treibt Sport. So sieht man die frühere Brakerin im Sportstudio oder auch gelegentlich durch ihr neues Wohnumfeld im Kreis Rotenburg joggen.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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